Neue Hoffenung für Baskim Celic

Härtefallkommission empfiehlt Aufenthaltstitel

Korbach - Fernab der Öffentlichkeit berieten gestern die 23 Mitglieder der Härtefallkommission über die Zukunft von Familie Celic. Am Ende soll sie mehrheitlich für einen Aufenthaltstitel für Baskim Celic gestimmt haben – die letzte Entscheidung trifft Innenminister Boris Rhein.

Das Warten fiel ihm am Ende schwer. Seit drei Monaten kämpft Baskim Celic um einen Aufenthaltstitel – und für ein Wiedersehen mit seiner Frau und den beiden Kindern Neda und Nerdivana, die im Februar in den Kosovo abgeschoben worden waren. Viele Menschen aus Waldeck-Frankenberg, Vertreter von Kirchen ebenso wie Arbeitskollegen und die Schulgemeinde der Berliner Schule unterstützen ihn dabei. Anträge und Einsprüche bei den Behörden waren gescheitert, der Petitionsausschuss des Landtags hatte im März empfohlen, dass die Härtefallkommission den „Fall“ berate. Nachdem die Kommission einen ersten Termin im Mai abgesagt hatte, diskutierten die Mitglieder nun gestern Vormittag über einen Aufenthaltstitel für Baskim Celic – für eine Entscheidung bedurfte es einer Zweidrittelmehrheit. Nach WLZ-FZ-Informationen sollen sie dem 30-Jährigen mehrheitlich den Rücken gestärkt und Innenminister Boris Rhein die Ausstellung eines Aufenthaltstitels empfohlen haben. Bei ihm liegt nun die letzte Entscheidung. Das Innenministerium gab gestern keine Informationen an die Öffentlichkeit und bestätigte weder den Termin der Kommissionssitzung noch eine Entscheidung. „Humanitäre Gründe“ Kirchliche Mitarbeiter und Politiker aus dem Landkreis hatten noch vor der Sitzung an die Mitglieder der Kommission appelliert. Vertreter aus Ministerien, Wohlfahrtspflege, evangelischer und katholischer Kirche, Flüchtlingsrat, Amnesty International, Ausländerbeirat, Frauenrechtsorganisationen, Landesärztekammer, Hessischem Landkreistag, Hessischem Städte- und Gemeindebund, Hessischem Städtetag, der Ausländerbehörde und dem Landtag gehören zur Härtefallkommission, die dem Innenministerium zugeordnet ist. Sie können einen Aufenthaltstitel auch dann empfehlen, wenn alle anderen rechtlichen Möglichkeiten bereits erschöpft sind. Dann kann eine „Bleiberecht aus humanitären Gründen gewährt werden“. Eine Entscheidung des Innenministers wird in den nächsten Wochen erwartet. Sollte er der Empfehlung der Kommission folgen, würde Baskim Celic ein Aufenthaltstitel ausgestellt. Anträge für die Familie Dann könnte er nicht nur selbst in den Kosovo (und zurück) reisen, um seine Familie wiederzusehen, sondern auch seiner Frau und den beiden Kindern könnte ein Aufenthaltsrecht in Deutschland gewährt werden. Eine Familienzusammenführung wäre dann möglich. Arbeitgeber Ingo Wilke hat bereits zugestimmt, den 30-Jährigen wieder einzustellen. Zur Zeit ist Baskim Celic wegen des komplizierten Handbruchs, den er beim Abschiebeversuch erlitt, weiterhin krank geschrieben. Die Kosten der Abschiebung, die sich auf rund 10 000 Euro belaufen, müsste die Familie aber selbst tragen. Dann wäre sie auf Spenden angewiesen.Bis dahin heißt es für Baskim Celic und seine Unterstützer aber erneut: Warten. Denn sowohl die Entscheidung des Innenministers braucht Zeit, als auch mögliche Anträge für seine Frau und die Kinder. Die Empfehlung der Härtefallkommission dürfte der Familie aber neuen Mut gegeben haben. (resa)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare