Heimgeleuchtet

Hafengeburtstag in Korbach

Korbach - Mit Frankfurter „Grie Soß“, „Äbbelwoi“ und „Handkäs mit Musik“ haben die Waldecker ja schon aus historischen Gründen eher wenig am Hut.

Und dass man sich im Rathaus der frischgebackenen Hansestadt Korbach die Sache mit dem Hessentag nun doch noch mal anders überlegt hat – wen wundert‘s: Weltläufigkeit, kaufmännisches Denken, Zurückhaltung sowie die Fähigkeit zur Selbstironie sind hanseatische Tugenden, die man mit der feudalen Hessen-Sause eher weniger verbindet. Wenn ihr mich fragt: Korbach bereitet sich stattdessen auf einen großen Hafengeburtstag an der Kuhbach vor. Nur so lässt sich erklären, warum der plätschernde Rinnsal beim alten Güterbahnhof zum veritablen See ausgebaggert wird: Für die große Ein - und Auslaufparade. Auch Windjammer sind dabei – den Part übernehmen die Stadtväter, die aus den Haushaltsreden der Fraktionsvorsitzenden fürs kommende Jahr rezitieren, flankiert vom Chor diverser Bürgerinitiativen aus der Region, die Lübckes „Teilregionalplan Energie“ in a-moll vortragen.Apropos hanseatische Tugenden: Sicher habt ihr auch von den ehemalige Eleven der Alten Landesschule gehört, die zwar ihr Abitur geschafft haben, aber trotzdem sitzengeblieben sind – und zwar auf ihren Kosten, während sich andere auf denselben verlustierten. Schön wäre es, wenn sich nun auch die Mitfeiernden des Abiballs dessen besinnen und mit einem kleinen Beitrag helfen, Gemeinsinn steht bei den Hansestädtern doch eigentlich hoch im Kurs...

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