Einladung zum Hahnenfest am Mittwoch an der Kilianskirche

Der Hahn kehrt zurück

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Vergoldeter Hahn: Am Mittwoch kehrt der Turmschmuck zurück auf den Kilians. Mit dabei sind dann auch Dachdecker Christoph Rohde, Architekt Jürgen Kepplin und Küsterin Astrid Köhler.Fotos: Demski

Korbach - Es ist windig in 74 Metern Höhe. Doch der Hahn ist gut gerüstet. Eine Schicht Blattgold ziert das Federvieh, das am Mittwoch auf den Kiliansturm zurückkehren wird.

„Er war ganz schön zerrupft“, erzählt Küsterin Astrid Köhler. Aber dann spendierte Maler Michael Köhler dem Tier ein neues Gewand und nun ist es gerüstet.

Ebenso wie die Kirchturmspitze selbst: Seit Juni erneuern die Bauarbeiter die Konstruktion. Sie tauschen morsche Balken aus, verbessern die statische Konstruktion und verpassen der Haube ein neues Schieferkleid. „Für die nächsten 80 Jahre sollten wir Ruhe haben und kein Gerüst mehr brauchen“, sagt Architekt Jürgen Kepplin. Stärkeren Windbelastungen wurde Rechnung getragen, indem die Laterne statisch ertüchtigt, der Turmhelm durch stützende Ebenen gestärkt und der tragende Kaiserstiel erneuert wurde. „Sämtliche kritische Stellen wurden mit Bleistreifen hinterlegt“, erklärt der Architekt. Der Turm dürfte Wind und Wetter also trotzen.

Inzwischen sind die Arbeiten am höchsten Teil des Turmes fast geschafft. Moselschiefer zieren den Helm. „Und auch dabei haben wir die Windrichtung und die Belastungen bedacht“, erklärt Dachdecker Christoph Rohde. Drei Nägel hat jede Schiefer bekommen. „Das ergibt unterm Strich eine riesige Menge an Nägeln, die wir hier verarbeitet haben“, sagt der Dachdecker.

Bis Anfang nächster Woche soll der oberste Teil des Gerüstes bereits abgebaut sein. Dann warten allerdings weitere Arbeiten am Turm – Baustelle und ein großer Teil des Gerüstes werden also bleiben. „Wir sind dann vom Wetter abhängig“, betont der Architekt, „aber alleine für den Abbau werden wir drei Wochen brauchen“. Insgesamt kosten die Arbeiten rund 550000 Euro.

Am Mittwoch laden Dachdecker, Architekt und Kirchengemeinde schon mal zum Feiern ein: Um 14 Uhr beginnt am Kilian das Hahnenfest. Das geschmückte Federvieh wird erst durch die Straßen der Altstadt gefahren, dann mit guten Worten von Pfarrer Markus Heßler auf den Turm geschickt und dort schließlich befestigt. Auf der Spitze bewacht er auch die goldene Kugel, in der Architekt und Küsterin nicht nur Baupläne und Fotos, sondern auch eine Ausgabe der Waldeckischen Landeszeitung für die Nachwelt untergebracht haben. Alle Bürger sind herzlich zum Hahnenfest willkommen und zu Kaffee und Kuchen ins Gemeindehaus eingeladen. (resa)

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