Korbacher Conti-Werk weitet Lagerkapazitäten mit einem Neubau aus

Halle für mehr als zwei Millionen Reifen

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Sie stellten das Bauprojekt am Donnerstag vor: der Geschäftsführer von Core Development, Daniel Trachsel, Conti-Werksleiter Lothar Salokat und Conti-Planungschef Horst Limbach.

Korbach - Für rund 25 Millionen Euro lässt Continental in Korbach ein 47000 Quadratmeter großes Reifenlager bauen.

An beachtlichen Bauten ist das Continental-Werk in der Kreisstadt nicht arm – und bis April 2015 kommt auf einem 70000 Quadratmeter großen Grundstück das nächste hinzu: Im neuen Gewerbegebiet an der Raiffeisenstraße will der größte Arbeitgeber der Stadt eine neue Logistikhalle für Auto- und Zweiradreifen bauen lassen, 320 Meter lang, 145 Meter tief, Lagerfläche: 47000 Quadratmeter. An der Front entstehen Andockstationen für 17 Lastwagen und ein vorgelagerter Bürotrakt.

Bessere Betriebsabläufe

Diese Zahlen nannte Conti-Planungschef Horst Limbach gestern bei der Vorstellung des Projekts. Auf 27000 Quadratmetern sollen Zweiradreifen gelagert werden, auf weiteren 20000 Quadratmetern Autoreifen. Damit verbunden sind Umstrukturierungen, die bessere Betriebsabläufe ermöglichen.

Derzeit wachse die Fabrik in die Werkslager hinein, sagte er. Vor zwei Jahren sei am Elfringhäuser Weg die Halle 14 gebaut worden. Dort lagerten derzeit Zweiradreifen. Sie sollen komplett in den Neubau umziehen, der frei werdende Platz wird für die Unterbringung von Autoreifen genutzt. Die Halle 14 soll mit den Lagern auf der anderen Straßenseite verbunden werden. Diese Lösung ermögliche kürzere Wege, erklärte Limbach.

Diese Investition sei ein „wesentlicher Schritt, um den Aufgaben der nächsten Jahre Rechnung zu tragen“, sagte der Werksleiter von Continental, Lothar Salokat. „Wir bauen zusätzliche Lagerkapazität auf, um die Verfügbarkeit für unsere Kunden sicherzustellen.“

Bei Reifen sei die Artikelvielfalt gestiegen, die meisten Fahrzeughersteller haben heute eine Modellpalette vom Kleinwagen bis zum Van oder SUV. Weil der Markt „breiter aufgestellt“ sei, müssten die Werke verschiedene Reifen produzieren und den Kunden bereitstellen. Und es gebe das Saisongeschäft – im Herbst für Winterreifen, im Frühjahr für die Sommerreifen. „Da muss eine Bevorratung da sein“, sagte Salokat. Außerdem seien die Reifen größer geworden. Folge all dieser Trends: „Wir brauchen mehr Platz.“ Die neue Halle bietet Raum für etwa zwei Millionen Zweirad- und für rund 250000 Autoreifen.

Den Bau übernimmt die Kronsberger Gesellschaft Core Development, die schon Ende Februar ein erstes Angebot abgegeben hatte. Inzwischen liege das Baurecht vor, „wir können anfangen“, sagte Geschäftsführer Daniel Trachsel. Derzeit liefen Arbeiten an der Gebäudestatik, auch die Fertigbauteile sollen in Auftrag gegeben werden, um zeitig an der Baustelle loslegen zu können. Er lobte den „guten Standort“ Korbach.

Die neue Halle sei auf die aktuellen internationalen Standards der Logistikbranche ausgelegt, erläuterte er. Die beiden Hallenteile werden in fünf Brandabschnitte unterteilt und mit Sprinkleranlagen versehen. Der Boden soll eine Belastung von fünf Tonnen aushalten.

Continental mietet die Halle langfristig. Eingebaut wird das bewährte Warenmanagementsystem des Unternehmens. Den Betrieb übernimmt der Logistikdienstleister Contrans. In dem Neubau sollen etwa 70 Mitarbeiter in Voll- und Teilzeit beschäftigt werden.

An der Raiffeisenstraße sind die Bagger inzwischen angerollt. Die Arbeiten am Regenrückhaltebecken haben begonnen, es soll bis Mitte August fertig sein. Außerdem soll, wie berichtet, an der Einmündung der Bundesstraße 251 zum Gartencenter Meckelburg ein Kreisel entstehen. Bis Ende November soll er nutzbar sein. Er ermöglicht, das neue Lager von der Bundesstraße aus anzufahren. Das Wohngebiet wird also nicht durch Lkw belastet. Für den Bau ist „Hessen-Mobil“ zuständig. „Wir hoffen auf eine zügige Umsetzung“, bemerkte Salokat.

Lob für Kreis und Stadt

Er hob die gute Zusammenarbeit mit dem Kreis und mit der Stadt hervor, die sich für eine schnelle Umsetzung der Bauleitplanung eingesetzt hat und nun die Erschließung vorantreibt.

Mit der neuen Halle wachse die Lagerkapazität in Korbach auf mehr als 160000 Quadratmeter, sagte Salokat. Mehr als 100000 Quadratmeter entfielen auf Autoreifen, die direkt am Werk gelagert werden sollen. Die Zweiradreifen werden auch aus anderen Werken des Konzerns angeliefert.

„Wir benötigen den Platz, Eile ist geboten“, sagte der Werksleiter. „Die Halle ist notwendig, um den Anforderungen des Marktes gerecht zu werden.“ (sg)

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