SPD: Nach Risikoabwägung Mängel beseitigen, bevor Beweissicherungsverfahren abgeschlossen ist

Hallenbad schon früher wieder öffnen

Korbach - Nicht warten, bis alle Mängel juristisch bewertet und beseitigt sind, sondern schon mal vorläufig eröffnen: So könnten die Korbacher aus Sicht der SPD schon vor 2015 wieder in den Genuss ihres Hallenbads kommen.

„Vorläufige Inbetriebnahme“ ist das Stichwort, das SPD-Fraktionschef Martin Dörflinger, Stadtverordneter Henrik Ludwig und Ortsvereinsvorsitzender Achim van der Horst gestern in einem Pressegespräch ins Spiel brachten. „Bad schnell wieder öffnen“ Das Ziel müsse sein, das Bad so schnell wie möglich wieder zu eröffnen, erklärte Dörflinger. Doch entsprechende Bemühungen seien aus dem Rathaus kaum zu erkennen. „Wir wollen das Engagement anschieben“, sagte Dörflinger. Die Fraktion habe bereits Kontakt mit der EWF-Geschäftsführung aufgenommen. Hintergrund des Vorstoßes: Das im März 2012 für rund zehn Millionen Euro frisch sanierte Bad bleibt nach aktuellem Stand wegen planerischer Fehler, Keimbelastung, vieler Baumängel und juristischer Konflikte möglicherweise bis 2015 geschlossen. Derzeit laufen die langwierigen gerichtlichen Beweissicherungsverfahren, auf deren Basis Richter entscheiden werden, wer für Schäden und Nachbesserungen aufkommt. Nach Ansicht der Stadt Korbach und des Betreibers EWF ist der Generalplaner aus Gotha gefordert. Doch der – und seine Rechts­anwälte – weisen Mängel und Forderungen zurück. Nach Auffassung der SPD ist es aber gar nicht nötig, dass die gerichtlich bestellten Gutachter sich alle Mängel vor Ort anschauen. Schließlich seien diese durch zahlreiche bereits vorher in Auftrag gegebene Privatgutachten ausreichend dokumentiert. „Die Fakten stehen fest, welche Schlüsse der Gutachter daraus zieht, ist eine andere Sache“, sagte Henrik Ludwig. Ein Teil der Mängel könne daher bereits beseitigt werden und deren Bewertung durch den Gutachter anhand der Dokumentation später erfolgen. So könnte das Bad vermutlich eröffnet werden, schon bevor die Beweissicherungsverfahren abgeschlossen wären, wie Ludwig erläuterte. Voraussetzung für die „vorläufige Inbetriebnahme“ sei aber eine Risikoabwägung durch die Stadt. „Doch dazu sind wir momentan nicht in der Lage, weil uns die Informationen fehlen“, so Dörflinger. Folgende Fragen müssten laut SPD zuvor geklärt werden: l Welche Kosten entstehen durch die Sanierung aller Mängel? l Welche Kosten betreffen nur „Schönheitsmängel“, deren Beseitigung zurückgestellt werden kann? l  Welche Mängel müssen zwingend beseitigt werden? l Welche Beweise geben Stadt und Betreiber aus der Hand, wenn die Mängel beseitigt werden?Mit diesen Informationen könne die Stadt das finanzielle und juristische Risiko einer vorläufigen Inbetriebnahme des Hallenbades abschätzen und über die vorzeitige Öffnung entscheiden, erklärte Ludwig. Dafür werde sich die SPD in Gesprächen mit EWF und Rathaus starkmachen.

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