Spannender Streifzug durch die Hessentagsstadt  

Korbach kennenlernen: Hans Osterhold veröffentlicht neue Auflage seines Stadtführers

Stellen die fünfte Auflage von „Meine Stadt“ vor: (von links) Helga Hamel von der Buchhandlung Colibri, Claudia Engelmann von der Buchhandlung Thalia, Autor Hans Osterhold, Marc Müllenhoff von der Wirtschaftsförderung, Bürgermeister Klaus Friedrich, Heinz Merl und Wolfgang Kluß vom Korbacher Stadtarchiv. Foto: Lutz Benseler

Korbach. Seit 2001 ein Bestseller: „Meine Stadt“ – Hans Osterholds Streifzug durch die Geschichte Korbachs – ist jetzt pünktlich zum Hessentag in fünfter Auflage erschienen. An etlichen Stellen hat Osterhold sein Buch überarbeitet, viele neue Fotos sind hinzugekommen. „Es hat sich ja in den vergangenen Jahren einiges verändert“, sagt der 91-jährige Heimatforscher.

Sozusagen als Stadtführung in Buchform geleitet Osterholds 140-seitiges, reich bebildertes Werk Korbacher und Besucher durch die alte Hansestadt: Alte Bauten – vom 1377 erbauten Rathaus über die Patrizierhäuser in der Pforte bis hin zum Wahrzeichen der Korbacher Altstadt, der Kilianskirche – lassen die Historie lebendig werden.

Für Osterhold sind sie keinesfalls stumme Zeugen der Geschichte, sondern äußerst beredt: „Ob Kirchen, Türme, Mauern oder Häuser, sie alle könnten viel und interessant erzählen aus der Zeit ihrer Entstehung, über ihr Schicksal im Verlauf der Jahre oder Jahrhunderte und vor allem auch über die vielen Menschen, die in ihnen wohnten oder mit denen sie sonst zu tun hatten“, schreibt er im Vorwort der fünften Auflage seines Buches.

Unterhaltsame Lektüre

Zahlreiche Anekdoten – etwa vom bösen Geist, der als schwarzes Schwein im Spukhaus sein Unwesen trieb – machen aus dem Streifzug durch die Geschichte eine unterhaltsame Lektüre. Osterhold rückt immer wieder die Bewohner in den Mittelpunkt, wie den „gelehrten Diplomaten“ Christian Carl Josias Bunsen, zeigt eine überraschende Verbindung von Korbach und Paris auf, die in einer Inschrift auf einem Grabstein ihren Niederschlag gefunden hat, oder singt der guten alten Schiefertafel ein Loblied, auf der Generationen von Schülern das Schreiben lernten. Und – wo es die Quellenlage hergibt – zeichnet er die Besitzverhältnisse der Gebäude bis zum heutigen Tag nach.

Kenner der Geschichte

Hans Osterhold kam 1927 in Sachsenhausen zur Welt. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er ab 1935 in Korbach. Nach zweijährigem Kriegsdienst und Gefangenschaft legte er 1946 sein Abitur an der Alten Landesschule ab. Nach einem Pädagogikstudium von 1947 bis 1950 trat er in den Schuldienst ein und unterrichtete an hessischen und niedersächsischen Schulen.

Später wechselte er als Berater in einen Schulbuchverlag. Seit 1992 ist Osterhold im Ruhestand, seit 1994 lebt er wieder in Korbach. Viele Jahre zeigte er als Stadt- und Museumsführer Besuchern seine Stadt. „Er ist ein Kenner der Korbacher Geschichte“, sagt Bürgermeister Klaus Friedrich.

Ein Ladenhüter wird die neue Auflage des Osterhold-Buches wohl kaum werden: Die vierte Auflage von 2011 ist bereits seit einiger Zeit vergriffen, die Nachfrage sei aber weiter ungebrochen, wie heimische Buchhändler bekunden.

„Meine Stadt. Korbacher Bauten erzählen Stadtgeschichte“ von Hans Osterhold ist für 11,50 Euro im Korbacher Buchhandel und im Bürgerbüro erhältlich.

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