Zahl der Übernachtungen um fast elf Prozent gestiegen

Die Hansestadt als Reiseziel

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Korbachs Sehenswürdigkeiten auf der Goldspur und „zwischen den Mauern“ besser verbinden: Der Ausgangspunkt des neuen Erlebnispfads liegt zwischen Bonhage-Museum und Kilianskirche.Foto: pr

Korbach - Korbach als Reiseziel, als Standort für einen Urlaub im Waldecker Land, als Etappenziel einer Radtour oder Wanderung: Die Hansestadt gewinnt weiter an touristischer Anziehungskraft.

10136 Gästeankünfte weist die Statistik für die ersten sechs Monate aus. 22540 Übernachtungen wurden registriert. „Das sind fast elf Prozent mehr als im vergangenen Jahr“, erklärt Dr. Marc Müllenhoff vom Stadtmarketing. Da der heiße Monat Juli mit seinen Großveranstaltungen wie dem Altstadt-Kulturfest noch nicht mit berücksichtigt ist, stehe einer Fortsetzung dieses Aufwärtstrends nichts im Wege.

Maßgeblichen Anteil an diesem Ergebnis, das auf Angaben aller Betriebe mit mehr als neun Betten beruht, hat die Korbacher Jugendherberge. Rund 11000 Übernachtungen bis zum 31. Juli vermeldet Herbergsleiter Tino Herbst. Das entspreche einer Auslastung von 47 Prozent und einer im Vergleich zu den Vorjahren normalen Belegung. Schulklassen und Jugendliche stellen laut Herbst das Gros der Gäste. Für ein volles Haus sorgen regelmäßig im Mai die Mitglieder der Ensembles, die an der Korbacher Theaterwoche teilnehmen. Außerdem bucht das Rote Kreuz die Herberge häufig für Schulungen und Freizeiten ihrer Helfer, die ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) absolvieren, berichtet Herbst.

Tourismusförderer Müllenhoff sieht aber nicht nur im nahezu idealen Sommerwetter und den Angeboten an Festen und Feiern günstige Voraussetzungen. Vielmehr haben auch die Bemühungen der Stadt, weiter in die touristische Infrastruktur zu investieren, dazu beigetragen. Das im Mai offiziell eröffnete Geo-Foyer im Kalkturm habe bereits viele Besucher angezogen, die sich auf eine Entdeckungsreise in die Erdgeschichte und die Korbacher Industriegeschichte begeben wollten. Ebenfalls erfolgreich sei die Zusammenarbeit unter der Dachmarke der GrimmHeimat Nordhessen (siehe Hintergrund) verlaufen. Sehenswürdigkeiten und Einkaufsmöglichkeiten stünden auch nach wie vor bei niederländischen Gäste hoch im Kurs, die zumeist an Tagen mit bedecktem Himmel den Campingplatz am See oder das Hotelzimmer im Upland Richtung Kreisstadt verlassen.

Speziell für Radtouristen gedacht sind zwei neue Übersichtstafeln, die auf die neu geführte Geo-Radroute Ruhr-Eder hinweisen. Die großformatigen Schilder sind am Kreisel am Feuerwehrstützpunkt sowie am Beginn des Bahnradweges an der Wildunger Landstraße zu finden. Auf den Tafeln finden Pedalritter auf mehreren Karten die in der Nähe verlaufenden Fernradwege, einen Innenstadtplan sowie viele Informationen zu ihrem Etappenziel. Die Geo-Radroute Ruhr-Eder verbindet auf 210 Kilometern Sauerland und Waldecker Land.

Eine weitere Besonderheit der Stadt wird mit dem jüngsten Projekt sicht- und begehbar. Korbach verfügt über einen noch weitgehend erhaltenen doppelten Stadtmauerring aus dem Mittelalter. Diesem Ring folgend können Besucher künftig viele Informationen zur Stadtgeschichte flanierend aufsammeln. „Der Mauerring bleibt nicht nur Kulisse, wie bespielen ihn auch“, blickt Müllenhoff voraus. Der maßgeblich von ihm konzipierte „stadtgeschichtliche Kultur- und Erlebnispfad“ mit dem Namen „Zwischen den Mauern“ verbindet zehn Stationen auf rund zwei Kilometern Strecke. Besucher erfahren bemerkenswerte wie kuriose Ereignisse, erhalten Informationen zu verschiedenen Epochen der Stadtgeschichte. Als Ausgangspunkt fungiert das Areal zwischen Wolfgang-Bonhage-Museum und Kilianskirche, wo Korbachs Siedlungsgeschichte vor mehr als 1000 Jahren mit einem Reichshof der Frankenkönige begann. Der neue Erlebnispfad, der in Kürze komplett beschildert sein wird, soll mit der bestehenden Goldspur verknüpft werden, um die Besucher besser durch die Stadt zu lotsen.

Hintergrund

Der touristische Zusammenschluss „GrimmHeimat NordHessen“, zu dem auch die Städte Korbach, Bad Arolsen und Bad Wildungen gehören, verlost in den Sommerferien jede Woche zwei Erlebnispakete. Wer gewinnen will, kann sich die kostenlose App der GrimmHeimat Nordhessen aufs Handy laden. Mit der App können Gäste und Einheimische märchenhaft schöne Orte in der Region entdecken und 48 Rätsel rund um Kultur und Natur lösen. Für jedes gelöste Rätsel erhalten die Schatzsucher Punkte und können an der Verlosung der Erlebnispakete teilnehmen. Weitere Informationen gibt es unter www.grimmheimat.de/schatzsuche.

Von Thomas Kobbe

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