Korbach will Zusatzbezeichnung bei hessischem Innenminister beantragen

„Hansestadt“ soll amtlich werden

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Gute Kontakte: 2007 war die Stadt Korbach Gastgeber des Westfälischen Hansetages.

Korbach - „Hansestadt“ soll es jetzt auch schwarz auf gelb heißen: Diesen Zusatz will die Stadt Korbach amtlich beim hessischen Innenministerium beantragen.

. Die „documenta-Stadt“ Kassel ist zurzeit in aller Munde. Fritzlar darf sich seit 2001 mit Erlaubnis des hessischen Innenministers „Dom- und Kaiserstadt“ nennen. Und Butzbach ist ganz frisch eine amtliche „Friedrich-Ludwig-Weidig-Stadt“. In diese illustre Gesellschaft möchte sich jetzt auch Korbach einreihen. Die CDU im Stadtparlament hat vorgeschlagen, die Zusatzbezeichnung „Hansestadt“ zu beantragen.

Nach der Hessischen Gemeindeordnung darf der Innenminister einer Kommune einen zusätzlichen Titel gewähren, wenn er „auf der geschichtlichen Vergangenheit, der Eigenart oder der Bedeutung der Gemeinde“ beruht. Korbach wurde erstmals 1469 als Mitglied im Hansebund erwähnt und ist damit die einzige Hansestadt im heutigen Hessen. Heute ist die Stadt Mitglied im Westfälischen Hansebund und im Hansebund der Neuzeit und hat bereits zweimal den Westfälischen Hansetag ausgerichtet. „Hansische Tradition und die heutigen Hansekontakte stellen ein Alleinstellungsmerkmal dar, welches die Stadt Korbach hessenweit auszeichnet“, begründete Heinz Merl den Antrag am Mittwoch im Haupt- und Finanzausschuss.

Die CDU verspricht sich vom amtlichen Titel einen touristischen Nutzen. „Aus marketingtechnischer Sicht ist das durchaus eine Chance“, erklärte Tourismusförderer Marc Müllenhoff auf Nachfrage von Arno Wiegand (FDP). Eine Chance, die man offenbar auch in der Nachbarschaft nutzen möchte: Seit April führt Warburg die Zusatzbezeichnung „Hansestadt“.

In Hessen wurden seit 1945 insgesamt in 41 Fällen Zusatzbezeichnungen vergeben. Die Rangliste wird angeführt vom Titel „Bad“, den zuletzt 1997 Arolsen erhielt. Korbach führt übrigens bereits seit 1977 die Zusatzbezeichnung „Kreisstadt“.

Die Wirkung der amtlich gewährten Zusatzbezeichnung ist indes begrenzt: Sie darf auf dem Ortsschild stehen und im amtlichen Schriftverkehr verwendet werden. Wie sie sich in ihrer Öffentlichkeitsarbeit nennen, steht den Kommunen ohnehin frei. Der Haupt- und Finanzausschuss empfiehlt unterdessen der Korbacher Stadtverordnetenversammlung einstimmig bei zwei Enthaltungen, die Zusatzbezeichnung zu beantragen.

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