Ausstellung im BAC-Theater zum ersten Todestag des Bühnenbildners Carl Farin

Impulse für Kulturleben

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Dr. Ursula Braun, Wolfgang Roll und Raimund Oertling haben die Präsentation zusammengestellt.

Bad Arolsen. Er war ein Glücksfall für die Bad Arolsen Company: zum ersten Todestag Carl Farins (1954 - 2017) hat das BAC-Theater eine Ausstellung seiner Bühnenbilder zusammengestellt. Für die Stammgäste kommen die ausgestellten Arbeiten einer Reise in die vergangene Theaterdekade gleich.

Vom Modell für „Boing, Boing“ über expressionistische Kostüme aus „Geschichte des Soldaten“ und der bunten Berlin-Revue bis zum letzten, reduzierten Bühnenbild „Paradiso“, in dem aus mit Papiertischdecken verhüllten Stelen stimmungsvoll beleuchtete Parkbäume werden.

„Wir sind froh, dass wir Wolfgang Roll und Raimund Oertling als Kuratoren für die Ausstellung gewinnen konnten“, erklärte Dr. Ursula Braun bei der gut besuchten Eröffnung. Zu schwer wäre es den langjährigen Freunden und Weggefährten gefallen, Markantes aus dem riesigen Nachlass Carl Farins auszuwählen. Diese Aufgabe übernahmen Roll und Oertling, beide selbst Künstler, deren Bilder bereits im BAC-Foyer zu sehen waren.

Aus 900 Fotos von Farins Arbeiten galt es Aussagestarkes auszuwählen. Die unentgeltlich gefertigten Modelle, Kostüme, Plakate, Filme und Gemälde zeigen vor allem eines: einen ausgebildeten Bühnenbildner von internationalem Format, dessen Kunst dazu beigetragen habe, dass nahezu alle Aufführungen zu einem Publikumserfolg wurden, so Stadtrat Udo Jost.

Gezeigt werden auch frühere Arbeiten aus Farins Theaterzeit in Göttingen, Bielefeld und Innsbruck. Zum BAC-Theater war er erst in späteren Jahren über seinen Schulfreund Paul Jäger gekommen, der in einem persönlichen Rückblick an den Menschen Carl Farin erinnerte.

Anfangs wenig begeistert vom Amateurtheater, wie sich auch Ursula Braun erinnert, entwickelte sich Carl Farin bald zum künstlerischen Zentrum des BAC, das wiederum zum Lebensmittelpunkt des kreativen Künstlers wurde. „Immer waren Carls Ideen wieder anders, neu und nie dagewesen“, fasste Wolfgang Roll den Ideenreichtum des gebürtigen Arolsers zusammen. Bei seinen Entwürfen habe sich Carl Farin immer wieder von der Kunstgeschichte des frühen 20. Jahrhunderts, aber auch von Filmklassikern inspirieren lassen.

Bereits von der Krankheit gezeichnet, habe ihn in seinen letzten Lebenswochen noch die Aussicht auf eine Retrospektive begeistert, fügte Ursula Braun hinzu.

Begleitet wurde die Vernissage im Foyer des BAC-Theaters musikalisch von Monika Löschner (Gesang) und Jan Knobbe (Klavier). Als Hommage an Carl Farin, dessen Musikgeschmack sich ebenfalls nicht in Schubladen stecken ließ, waren Brecht, Tucholsky und eine eigenwillige Collage zu hören, die Knobbe aus Stücken Purcells, Strawinskys und der Band Yes zusammengestellt hatte.

Die Ausstellung über den Bühnenbildner steht den Besuchern des BAC-Theaters, In den Siepen 6, zu den Öffnungszeiten und auf Anfrage offen.

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