Korbacher Geschichtsverein lädt zu Vortrag ins Museum ein

Blick auf Geschichte des Klosters Haina

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Geschichtsträchtiger Ort: Das Zisterzienser-Kloster Haina ist Thema eines Vortrags beim Korbacher Geschichtsverein.

Zu einem Vortrag über das Zisterzienser-Kloster Haina lädt der Korbacher Geschichtsverein am Donnerstag, 18. Januar, um 19.30 Uhr ins Museum ein. Manfred Albus, Leiter der Stiftungsforsten Kloster Haina, referiert über Geschichte, Kultur und kunsthistorische Zeitzeugen.

Das Kloster war im Mittelalter eines der größten und reichsten Abteien in Hessen. Es verfügte über Besitz, der von Nordhessen bis nach Frankfurt und Gelnhausen im Süden reichte. Noch heute zeugen die so genannten „Hainaer Höfe“ etwa in Fritzlar, Bad Wildungen, Treysa, Wetter oder Frankfurt von dem großen Einflussgebiet. In diesen „Filialen“ des Klosters wurden die auf den Grangien (Wirtschaftshöfen) erwirtschafteten Überschüsse vermarktet oder solche Waren erworben, die von den Zisterziensern selbst nicht produziert wurden.

Manfred Albus wird sich in einem Lichtbildervortrag sowohl mit der geschichtlichen Entwicklung des Klosters selbst, der nachfolgenden Hospitalzeit sowie der aktuellen Situation beschäftigten. Haina gehört zu einem der besterhaltenen Zisterzienser-Klöster nördlich der Alpen.

Ende der Klöster

Im Jahr 1215 begannen die Mönche im fruchtbaren Tal der Wohra bei Haina mit dem Bau des Klosters, der 115 Jahre dauern sollte. In der Folgezeit nahm der Besitz durch Schenkungen und Ankäufe immer größere Ausdehnungen an. Er reichte von dem am Edersee im Nationalpark gelegenen „Hochgewälde“ im Norden bis hin zur Landkreisgrenze auf dem Hohen Keller am Wüstegarten im Süden.

Mit der Einführung der Reformation in Hessen durch Landgraf Philipp 1526 wurde das Ende des Klosters eingeläutet. Philipp löste 1527 sämtliche Klöster in Hessen auf. Sechs Jahre später schuf er mit einer bis heute nachwirkenden Entscheidung die ersten Land-Hospitäler in Hessen. Gleichzeitig überführte er einen Großteil des Klostervermögens in eine bis heute existierende Stiftung.

Das Hospital in Haina wurde für die männliche Landbevölkerung eingerichtet. Sie fand dort unentgeltliche Aufnahme. Die Einkünfte aus dem ehemaligen Klosterbesitz flossen sowohl dem Hospital als auch der von Philipp neu gegründeten und nach ihm benannten Universität in Marburg zu.

Die bis heute ununterbrochene Nutzung der Klostergebäude für soziale Zwecke war Garant für den fast unveränderten Erhalt des wertvollen Gebäude-Ensembles. Noch heute zeugen viele kunsthistorische Schätze von den Ursprüngen der anspruchsvollen und wertvollen Klosterbaukunst der Zisterzienser in Haina. (r)

Der Eintritt zum Vortrag ist frei. Gäste sind herzlich willkommen.

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