Ausstellung zur Historie

Museum in Schmillinghausen zeigt Ostereier und Frühlingsbräuche

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Ein Ausflug in das Frühlings- und Osterbrauchmuseum in Schmillinghausen ist eine Reise in eine andere Welt.

Schmillingshausen. Das Museum für Frühlings- und Osterbrauch in Schmillinghausen, Holzhäuser Straße 12, bei Bad Arolsen, gibt interessante Einblicke in ländliche Traditionen. Eine schöne Einstimmung aufs Fest.

Schon seit Menschengedenken ist das Ei ein wertvolles Lebensmittel. Aber wie wurde es zum österlichen Symbol? Darüber informiert die Ausstellung im Haus von Traute Winkler mitten im Dorf. In der Mythologie führt man die Entstehung von Himmel und Erde, der Welt und des Menschen zurück auf das Ei. Alchemistisch betrachtet, sollen aus dem Ei das Silber, das Gold und die Blume des Weisen entstanden sein.

In vor- und frühgeschichtlicher Zeit ist das Ei als Grabbeigabe zu finden. Nicht bewiesen ist, ob damit schon ein Glaube an die Wiederkehr verbunden ist. Auffallend ist, dass diese Eier bereits Verzierungen aufweisen und somit nicht als Zehrung für den Weg ins Jenseits anzusehen sind. Bewunderung finden um Ostern aufgehende Samen. Blumen sind Symbole für die Wiederkehr geworden.

 Dem Ei entschlüpft eine kleine Kreatur, die sich bewegen, wachsen und äußern kann, also ein körperliches Wesen. So wurde das Ei zum Symbol des Lebens, aber auch der Auferstehung. Man vergleicht es mit dem aufgebrochenen „Grab“, aus dem Christus auferstanden ist.

Ei als Seelenträger

Die Geschichte der Ostereier geht zurück auf das 12. Jahrhundert, als in der christlichen Kirche die österliche Eierweihe eingeführt wurde. Solche geweihten Eier galten für die Gläubigen als Segensträger und wurden über Generationen mit traditionellen Mustern verziert. An Beispielen von verzierten Eiern aus jüngerer Zeit, die mit vielen verschiedenen Motiven geschmückt sind, ist ein Wandel zu sehr individueller Gestaltung zu beobachten.

 Bräuche der Fasten- und Osterzeit lassen rückblickend erkennen, von welcher Bedeutung sie für die Gemeinschaft einer gewachsenen Bevölkerung im ländlichen Raum wie auch in Stadtvierteln waren. Die Menschen gaben ihrer Freude Ausdruck über das aufgehende Licht und das Erwachen der Natur. Der Winter wurde ausgetrieben mit Feuerbräuchen und dem Einbringen des Sommers. Und die Schwerpunkte der religiösen Traditionen liegen in der Passionszeit, besonders am Palmsonntag, Gründonnerstag, Karfreitag und an den Osterfeiertagen... Mehr zu erfahren ist bei einem Besuch des Museums. Und vom 4. bis 9. April ist ein kleiner Kreativkreis im Rahmen des Museums anzutreffen. Besucher können zusehen beim Entstehen schöner Ostereier, kleiner österlicher Geschenke und dekorativer Dinge.

Öffnungszeiten und Eintritt

Öffnungszeiten des Museums: vom 1. bis einschl. 17. April 2017: Di – Sa 10 – 17 Uhr, So und Feiertage 11 – 17 Uhr. Eintritt für Erwachsene: 1,50 Euro, Kinder: 0,50 Euro.

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