Nach seinem Umzug aus dem Dresdner Zoo schließen Rhesusaffen im Gnadenhof nun Freundschaften

Happy End für Makake Joe und Zacki

Vöhl - Im Dresdner Zoo war er der Letzte seiner Art. Mit dem Umzug in den Gnadenhof nach Vöhl begann für Makake Joe ein neues Leben. Inzwischen hat er mit Makakendame Zacki eine innige Freundschaft geschlossen.

Am Anfang saß er schüchtern in seinem Gehege, zeigte zuweilen Zähne, ließ den aufgeregten Kapuzineraffen Moglilinks liegen und reagierte nur vorsichtig, wenn Makakendame Zacki ihn am Fenster rief. Das war vor zwei Monaten. Inzwischen ist Makake Joe im Vöhler Gnadenhof heimisch geworden.

Mitte August hatten die Vöhler Tierschützer den Rhesusaffen vom Dresdner Zoo übernommen, weil sein Gehege abgerissen werden sollte (wir berichteten). „Wir wünschen uns sehr, dass Joe hier mit den anderen Affen gemeinsam leben kann“, hatte Norman Siegel vom Gnadenhof damals gesagt und nicht ohne Skepsis die aufkommende Rivalität zwischen dem großen Makaken und den frechen Kapuzineraffen beobachtet. Auch die Tierärztin befand schließlich, dass es nicht ratsam sei, die verschiedenen Affenarten zusammenzuführen. Denn auch Joe hat eine Vorgeschichte: Im Dresdner Zoo hatte er einen Artgenossen so schwer verletzt, dass der schließlich eingeschläfert werden musste. „Also haben wir ein neues, großes Freiluftgehege gebaut“, erzählt Norman Siegel. Unterstützung dabei gab es nicht nur von vielen Tierfreunden, sondern auch von heimischen Unternehmen. „Nur so konnten wir uns das überhaupt leisten“, erzählt Norman Siegel. Stromlitze sichert das Gehege.

Und dort lebt nun seit Anfang des Monats Makake Joe - mit Gesellschaft. Denn eines hat sich im Gnadenhof schnell abgezeichnet: Makakendame Zacki, die vor zwei Jahren in Fuldatal gefunden wurde und bisher als Einzige ihrer Art im Gnadenhof gelebt hatte, freute sich über die Verstärkung. „Sie macht heute Geräusche, die sie nie zuvor gemacht hat“, erzählt Norman Siegel, „Zacki hat ihre Sprache entdeckt.“ Und nachdem sich Makake Joe erst mal eingewöhnt hatte, antwortete er. Zwischen dem alten Affen und der jungen Zacki entstand eine innige Freundschaft. „Nach einiger Zeit haben wir Zacki und Joe tagsüber zusammenleben lassen“, erzählt der Vöhler Tierschützer, „und ihr Umgang miteinander war rührend.“

Also betäubte der Tierarzt beide mithilfe eines Blasrohres, sodass Zacki und Joe gemeinsam ins neue Gehege umziehen konnten. „Und kaum waren sie aufgewacht, setzte sich Zacki auf seinen Rücken, und sie erkundeten gemeinsam das neue Zuhause“, erzählt Norman Siegel.

Doch zuweilen scheint Zacki noch Heimweh zu ihren alten Mitbewohnern zu haben, die nun auf der anderen Seite des Zauns leben. „Dann können wir dramatische Eifersuchtsszenen erleben“, sagt Siegel, „wenn Zacki ihrem neuen Freund klarmacht, dass sie die alten Freundschaften mit den Kapuzineraffen nicht aufgibt.“ Abends kehrt die Affendame dann aber zu Makake Joe zurück - am Ende ist er nämlich der Einzige, der ihre Sprache versteht.

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