Castaneda mit neuem Ausblick

Harbshäuser Kult-Café schließt für ein Jahr

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Umsetzbare Anregungen für die Zukunft des Cafés Castanedas sind willkommen: Jörg Hahn schließt den Restaurantbetrieb für ein Jahr.Foto: Marianne Dämmer

Vöhl-Harbshausen - Tortillas und andere Spezialitäten, ein atemberaubender Ausblick auf den Edersee und Livemusik: In den vergangenen 15 Jahren war das Café Castaneda Treffpunkt für Menschen aus nah und fern. Kommenden Mittwoch schließt das Restaurant vorerst - dennoch soll das Castaneda ein Platz der Begegnung bleiben.

„Nächstes Jahr wird ein Jahr der Veränderung für das Castaneda. Wohin die Reise geht, ist ein offener Prozess“, sagt Jörg Hahn. Der Inhaber des Castaneda möchte die Ausrichtung für das Haus ändern und das Restaurant für ein Jahr schließen. 1998 hatte Jörg Hahn das damals verfallene Haus am Rande Harbshausens gekauft und ein Jahr später das Café eröffnet als „Bistro mit Musik“ - mit Verve und viel Kreativität weckte er das Gebäude aus dem Dornröschenschlaf. Seitdem fanden unzählige Gäste den Weg in das Kellerwald-Dorf, denn bald hatte sich herumgesprochen, dass das Castaneda ein Ort mit einer eigenen Wirklichkeit ist - ein Stück Lebensqualität.

So hatte Jörg Hahn es auch gewünscht und geplant. Er und seine Familie hatten es aufgebaut mit der Absicht, „dass dies ein Platz der Begegnung wird, ein Platz mit viel Freude“, erklärt er. Da er durch seinen Beruf als Inneneinrichter seinen Lebensunterhalt stets gesichert hatte, standen „wirtschaftliche Intentionen für mich nicht im Vordergrund“. Lag die Konzentration zu Anfang auf dem Hostel-Betrieb, auf Seminaren und Live-Musik, veränderte sich im Laufe der Zeit die Gewichtung. „Die Aufmerksamkeit hat sich immer mehr auf das Restaurant ‚à la carte‘ verschoben. Die anderen Bereiche - das Hostel, die Seminare, die Livemusik und andere Veranstaltungen - bekamen im Vergleich dazu nur einen untergeordneten Stellenwert. Das war nicht so beabsichtigt, sondern hat sich einfach entwickelt“, erklärt der Harbshäuser. „Bis hierhin war es eine besondere, eine schöne Zeit mit ganz vielen wertvollen Momenten“, sagt er weiter - und weiß doch, dass nun eine neue Zeit anbrechen muss.

Das Hostel bleibt für Feriengäste und Seminare offen, auch das Castaneda soll weiterhin ein Platz der Begegnung und der Feste sein - nur in welcher Form ist komplett offen. „Da sind umsetzbare Anregungen willkommen“, sagt der 53-Jährige und wünscht sich Kontakt zu Leuten, die das Castaneda kennen und Visionen für den Platz haben. „Es wird mehr als spannend zu sehen, ob das Café mehr sein darf als nur noch ein Restaurant.“

Und die Freunde der Live-Konzerte können aufatmen, denn auch Konzerte werden weiterhin veranstaltet. Bevor das Café am 13. November in den Winter geht und für nächstes Jahr erst mal schließt, gibt es am Mittwoch, 12. November, noch ein feines Konzert: Um 20 Uhr tritt „Triosence“ im Castaneda auf. Die preisgekrönte Jazzband hat einen unverwechselbaren Stil kreiert: Der Kern aller Kompositionen ist lyrisch und poetisch. In Kombination mit der stilistischen Bandbreite, die von Jazz über Fusion, Folk, Pop und Worldmusic reicht, definiert die Band dadurch einen Stil, den sie selbst als „songjazz“ bezeichnet.

Weitere Infos im Netz unter www.la-vida-loca.de

Von Marianne Dämmer

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