Eisenberg: Besucher entdecken Bergbau vom Mittelalter bis in moderne Zeiten

Die harte Welt der Goldgräber

Korbach-Goldhausen - Bohrgezähe, Krätzer, Grubentelefon, Bergmann an der Arbeit: Mit der neuen Saison gibt es im Goldbergwerk völlig neue Seiten zu entdecken - auch die wahren Goldadern im Eisenberg.

Mittelalter oder moderne Zeiten - Deutschlands größtes historisches Goldbergwerk zog immer wieder Bergleute und Abenteurer an. Mit Hammer und Schlägel meißelten sich Menschen vor 500 Jahren zentimeterweise ins Gestein. 1977 ging das geologische Landesamt brachialer zu Werk: Sprengung, Presslufthammer und Bohrgestänge.

Durch die Ölkrise der 70er-Jahre stiegen die Rohstoffpreise steil an - damit auch der Goldpreis. So rückte auch der rund 800 Jahre alte Bergbau am Eisenberg in Goldhausen wieder in den Blickpunkt. Die Firma Sachtleben aus Lennestadt trieb damals einen Stollen voran, in dem Kalkspatklüfte, vulkanische Aschelagen und brüchiges Gestein (Ruscheln) einen hohen Goldgehalt erahnen ließen.

Goldene Hoffnungen

1974 hatte der Geologe und spätere Heimatforscher Dr. Jens Kulick mit den Ausgrabungen der alten Burg auf dem Eisenberg begonnen. Parallel rückte der historische Goldbergbau ins Rampenlicht. Unter Kulicks Ägide wurde der seit den 30-Jahren weitgehend brachliegende Bergbau neu erforscht. Nach dem Ersten Weltkrieg (1914 bis 1918) bis in die 30er-Jahre hatte Carl Theodor Rauschenbusch vergeblich versucht, das edle Erz gewinnbringend zu fördern.

Wer heute in das Besucherbergwerk am Eisenberg eintaucht, den "Unteren-Tiefen-Tal-Stollen", der kann sowohl die Arbeitswelt des Mittelalters als auch des 20. Jahrhunderts hautnah erfahren. Der Stollen stammt aus dem 15./16. Jahrhundert, wurde später unter Rauschenbuschs und Kulicks Regie weiter aufgewältigt. Doch an einem Ende der verzweigten Gänge geht es auch hinein in die mittelalterliche Grube St. Sebastian aus dem 14. Jahrhundert.

In den vergangenen zwei Jahren hat der Verein "Historischer Goldbergbau" mit viel Muskelkraft dem Besucherstollen neue Dimensionen verliehen. Ein bislang gesperrter Seitengang aus den 70er-Jahren wurde wieder freigelegt, gesichert - und ist inzwischen fürs Publikum anschaulich hergerichtet.

Arbeitsplatz der 70er-Jahre

Bergmannsfigur und reichlich Gezähe (Arbeitsgeräte) präsentieren einen Arbeitsplatz, selbst das Grubentelefon aus jenen Tagen fehlt hier nicht. Neue Informationstafeln beschreiben die gewaltigen Erdkräfte bei der Entstehung des Eisenbergs und der Goldlagerstätte. Zusätzliche Markierungen zeigen die Adern im Gestein, denen die Bergleute früher auf den Spuren des Goldes folgten.

Peter und Gabi Penkert aus dem Ruhrgebiet, Experten in Sachen Bergbau und Mineralien, haben all diese zusätzlichen Informationen ausgearbeitet. Die Besucherführer am Eisenberg sind geschult, um den Gästen in der Korbacher "Goldgrube" zur neuen Saison auch ganz neue Seiten zu vermitteln.

Dabei gleicht die historische Spurensuche der Suche nach dem legendären Goldenen Vlies. Dieser griechische Mythos geht auf den Bergbau im heutigen Georgien zurück, dem ältesten Goldbergbau der Welt. Vermutlich nutzten Menschen damals Schafsfelle, um Gold aus Bächen und Flüssen zu filtern. Denn das Gold im Land der Eder war zumindest den alten Römern schon bekannt.

Am 15. April, 11 Uhr, ist Saisonauftakt mit Besucherführungen am Eisenberg.

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