Amadeu Antonio Stiftung an den Beruflichen Schulen Korbach und Bad Arolsen 

Gegen "Hate Speech" im Netz: Schüler entwickeln Ideen in Workshop

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Gegen Hass im Netz: Schüler der Beruflichen Schulen mit (vorne von links) Lehrerin Ursula Schreiber, Julian Kasten und Charlotte Langenkamp von der Stiftung. 

Hass im Internet – ein alltägliches Problem für Nutzer von sozialen Netzwerken. Wie sich damit umgehen lässt, lernten jetzt Zwölftklässler der Beruflichen Schulen Korbach und Bad Arolsen bei einem „Anti-Hate-Speech-Workshop“.

Mittlerweile, so sagte Schulleiter Uwe Schönrock, beschränke sich „Hate Speech“ nicht mehr nur auf den digitalen Raum. Er schlage in der „analogen Welt“ um in mitunter tödliche Gewaltverbrechen gegen Menschen, wie jüngst gegen Regierungspräsident Walter Lübcke und die Opfer von Halle. Eindrücklich mahnte Schönrock zu Beginn des Workshops, die Verrohung der Sprache im digitalen Raum nicht zu verharmlosen, sondern entschieden und gemeinsam gegen sie vorzugehen.

Das hatten sich auch die Schüler des Jahrgangs zwölf des beruflichen Gymnasiums vorgenommen. Unterstützt von Charlotte Langenkamp und Julian Kasten von der Amadeu Antonio Stiftung beschäftigten sich die jungen Leute mit unterschiedlichen Fragen: Welche Internet-Kommentare können strafrechtlich verfolgt werden? Welche können den Netzbetreibern gemeldet werden? Und welche Strategien der Gegenrede, der „Counter Speech“, sind möglich?

Gegen Ausgrenzung, für Toleranz

Überrascht waren die Schüler, wie gezielt Hassrede im Netz von Rechtsextremen genutzt wird, um ihre Ideologie zu verbreiten: Teils offensiv durch Parolen, teils subtil durch Bilder, die etwa an die Fernsehserie Game of Thrones erinnerten. Die beruflichen Gymnasiasten entwickelten anschließend eigene Kampagnen-Ideen für Toleranz und gegen Ausgrenzung. Sie waren sich einig: das Netz den Hassrednern zu überlassen, ist keine Lösung.

Eingeladen zum Workshop hatten die Lehrer Ursula Schreiber und Matthias van der Minde. 

Die Stiftung

Die Amadeu Antonio Stiftung wurde 1998 gegründet und ihr Ziel ist es, die demokratische Zivilgesellschaft zu stärken, die sich gegen Rechtsextremismus, Rassismus und Antisemitismus wendet. Unter anderem erstellen die Mitarbeiter eigene Studien zum Thema Hass im Internet und bietet Workshops und Vorträge an. 

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