Korbacher Ortsteil zeigt sich im Wettbewerb von seiner besten Seite

Helmscheid: Ein Dorf mit Zukunft

Korbach-Helmscheid - „Unser Dorf hat Zukunft“, das bewiesen die Helmscheider am Dienstag mit Bravour. Zu Gast war die Bewertungskommission im Regionalentscheid des Wettbewerbs im ländlichen Raum.

FSC – so heißt das Kürzel für Erfolg in Helmscheid: „F“ für Feuerwehr, „S“ für Sportverein und „C“ für Chor. Voller Inbrunst stimmten die Sängerinnen und Sänger am späten Nachmittag die Melodie des Waldecker Liedes an – auf das Walter Jochem eine eigene Hymne des kleinen Korbacher Ortsteils getextet hat.

Musikalisch geht es um die Liebe zum Heimatdorf, um Zusammenhalt und damit um eine gute Zukunft. Genauso überzeugend beherrschen die Helmscheider aber auch die Partitur, um ihr Dorf in all seinen Facetten zu präsentieren. So sicherte sich der Korbacher Ortsteil (180 Einwohner) im vorigen Wettbewerb „Unser Dorf“ 2011 bereits einen Sonderpreis für „Wir-Gefühl“. Unter Regie von Sigrid Göbel vom Fachdienst Dorf- und Regionalentwicklung des Landkreises nahm die Bewertungskommission im aktuellen Regionalentscheid „Unser Dorf hat Zukunft“ abermals Helmscheid unter die Lupe. Erstmals bildet Waldeck-Frankenberg dabei eine Region mit dem Main-Kinzig-Kreis, der in der Bewertungskommission gestern mit zwei Experten vertreten war.

Ortsvorsteher Harald Saure und Korbachs Bürgermeister Klaus Friedrich begrüßten die Kommission. Vorm Vereinsheim am Sportplatz schilderte Vorsitzender Jörg Dämmer zugleich das Engagement des SV Grün-Weiß Helmscheid. Der grüne Rasen ist ein Tummelplatz für Sportler aus der gesamten Stadt Korbach, das schmucke Vereinsheim nutzen derweil auch türkische Clubs aus der Hansestadt.

Mit Treckergespann und zu Fuß ging es dann durchs Dorf. Der Hof der Familie Bürger-Grebe samt Kuhstall-Café war die nächste Station, wo sich auch erfolgreiche Jungzüchter mit ihren Kälbern in Szene setzten. Denn Helmscheid ist eine Hochburg der Nachwuchszüchter. Derweil berichteten Ingrid und Markus Sippel von Zucht und Vermarktung der Angus-Rinder im Bio-Betrieb.

Die gesamte Dorfentwicklung in Helmscheid macht Hoffnung, denn der letzte Leerstand im Dorf ist beseitigt, wie Reinhard Bürger-Grebe schilderte: Er hat ein verwaistes Gebäude in der Dorfmitte erworben, um dort eine Wohnung für Auszubildende einzurichten. Und die letzte Lücke im Neubauviertel ist ebenso geschlossen. Inken Barth und Stefan Brock bauen dort ein energiesparendes Haus und schätzen als Zugezogene die besondere Offenheit und Herzlichkeit im Dorf.

Die kleine Kirche aus dem 14. Jahrhundert, der liebevoll sanierte und renovierte Hof von Heinz Röhle, das prächtige historische Fachwerkhaus von Günter Saure waren weitere Stationen beim Dorfrundgang.

Dabei zeigte Helmscheid stets auch sein junges Gesicht: Marisa Saure zum Beispiel, erste Frau an der Spitze einer Korbacher Feuerwehr. Irina Saure, André Dämmer, Sina Nebe. Patricia Krebs und Karolin Kuhaupt berichteten bestens präpariert über Geschichte, Entwicklung, Feste und Zusammenhalt aller Generationen im Dorf.

4053581

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare