Korbach: Maßnahme gegen Lärm, Müll und Vandalismus

Stadt plant Alkoholverbot in städtischen Grünanlagen

Jugendliche trinken auf einer Wiese alkoholische Getränke, im Vordergrund stehen Whiskey-Flaschen
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Soll verboten werden: Alkoholkonsum in städtischen Grünanlagen soll künftig als „grob störend“ gelten. Damit haben Ordnungskräfte eine Grundlage, um bei Störungen einzugreifen.

In einer Stadt in Hessen soll künftig ein Alkoholverbot in Parks gelten. Damit will die Stadt gegen Vandalismus, Lärm und Müll in städtischen Grünanlagen vorgehen.

Korbach – In städtischen Grünanlagen in Korbach soll künftig ein Alkoholverbot gelten. Damit will die Stadt Sachbeschädigungen, Lärmbelästigung und Vermüllung durch betrunkene Jugendliche stoppen. Die Stadtverordneten sollen am kommenden Donnerstag darüber entscheiden.

Aus der Verankerung gerissene Mülleimer, Abfall auf den Wegen, Lärm in den späten Abendstunden: Das Problem beschäftigt das Korbacher Ordnungsamt schon seit einigen Jahren. Brennpunkte waren beispielsweise der Hexengarten oder der Waldecker Berg. „Fast alle Belästigungen und Beschädigungen stehen im unmittelbaren Zusammenhang mit dem Konsum von Alkohol“, erläuterte Ordnungsamtsleiter Carsten Vahland am Mittwoch im Haupt- und Finanzausschuss.

Die Stadt versucht bereits seit einiger Zeit gegenzusteuern: So sei die Abstimmung mit der Polizei intensiviert, ein privater Sicherheitsdienst eingesetzt und die Ordnungspolizei verstärkt in den Abendstunden und an Wochenenden eingesetzt worden, listete der Ordnungsamtsleiter auf. Außerdem sei die Stadtreinigung an Wochenenden häufiger unterwegs.

Doch den Ordnungskräften fehlt laut Vahland derzeit noch eine eindeutige Grundlage, um einzugreifen, wenn Jugendliche über die Stränge schlagen. Bislang ist es so, dass die Korbacher Straßenordnung den Konsum alkoholischer Getränke und anderer Rauschmittel nur auf Kinderspiel- und Bolzplätzen sowie speziell ausgewiesenen Flächen für Jugendliche als „grob störend“ definiert. Dieser Passus soll nun um die städtischen Grünanlagen erweitert werden.

Damit müsse mit den Betroffenen nicht mehr diskutiert werden, ob das Verhalten nun tatsächlich grob störend sei oder nicht, erläutert Vahland. Als Ordnungswidrigkeit kann Alkoholkonsum in den Grünanlagen dann mit einer Geldbuße bis zu 5000 Euro geahndet werden.

Bürgermeister Klaus Friedrich machte deutlich, dass die Maßnahmen gezielt gegen auffällige Gruppen angewendet werden sollen und nicht gegen den, „der gemütlich im Stadtpark sein Radler trinkt und die Flasche wieder mit nach Hause nimmt.“ Vahland ergänzte: „Wir kennen unsere Pappenheimer.“

Wir kennen unsere Pappenheimer.

Ordnungsamtsleiter Carsten Vahland

In der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses am Mittwoch gab es bereits einmütige Zustimmung zur Änderung der Straßenordnung, die Stadtverordneten entscheiden am Donnerstag.

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