Hessens Finanzminister Thomas Schäfer beim Neujahrsempfang der CDU Korbach

Optimismus statt Hysterie

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Neujahrsempfang der Korbacher CDU: (v.l.) Dekanin Eva Brinke-Kriebel, Jannick Göbel, Bürgermeister Klaus Friedrich, Dechant Bernd Conze, Jonas Sauerwald, Ulrike Tönepöhl, Heinz Merl, Carola Krebs, Hessens Finanzminister Thomas Schäfer, Landtagsabgeordneter Armin Schwarz (Bad Arolsen) und Landtagsabgeordnete Claudia Ravensburg (Bad Wildungen). (Foto: Jörg Kleine)

KORBACH. Beim Neujahrsempfang schwor sich die Korbacher CDU auf den Endspurt im Wahlkampf ein. Optimismus war Trumpf bei den Christdemokraten für die Kommunalwahl am 6. März – dies unterstrich auch Hessens Finanzminister Thomas Schäfer als prominenter Redner vor rund 120 Gästen.

Als musikalische Ouvertüre beim Stelldichein der Union in der „Alten Wiese“ in Lengefeld legte der Korbacher CDU-Spitzenkandidat Heinz Merl verschmitzt den „Biedenkopfer Grenzgangsmarsch“ auf. Und der Staatsminister aus dem hessischen Hinterland nahm die heimischen Klänge mit Humor: „Wir feiern in Biedenkopf nicht nur drei Tage, sondern fünf. Und wenn man es richtig macht, ist man achtmal betrunken“, meinte Schäfer am Freitagabend. Von derlei Party-Arithmetik will Schäfer als Finanzminister derweil nichts wissen. Erstmals seit 1969 habe das Land Hessen 2015 wieder einen Haushaltsüberschuss zu verzeichnen, verkündete Schäfer Ende Januar. Niedrige Arbeitslosigkeit, 44 Millionen sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze in Deutschland warf Schäfer bei seinem Vortrag in Korbach in die Waagschale. Statt Ängste zu schüren, missmutig nur Probleme zu wälzen, empfahl der Finanzminister, „auch über die Dinge zu reden, aus denen Menschen Hoffnung schöpfen können“. Oder im Zweifel einen Blick über die Grenzen in andere Länder zu werfen. Bei der Weltwirtschaftskrise 2007/2008 habe Deutschland am Abgrund gestanden – noch viel dramatischer, als es viele Menschen damals wahrnahmen. „Trotzdem waren wir in anderthalb Jahren durch und sind sogar gestärkt aus dieser Krise hervorgegangen“, betonte der Staatsminister in Lengefeld. Die anhaltende Flüchtlingsdebatte wischte Schäfer dabei nicht zur Seite. Statt der „Hysterie, in die sich manche Menschen hineingeredet haben“, sei aber kühler Kopf gefragt. „Der einfache Ruf, dann macht doch die Grenzen zu“, sei wenig hilfreich. Oder sollten die deutschen Polizisten die meiste Zeit damit verbringen, „die Alpenpässe zu bewachen“? Als starke Industrienation profitiere Deutschland von offenen Grenzen in der Europäischen Union, betonte Schäfer: „So nervig es manchmal auch ist, aber die Alternativen sind schwierig.“

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