Hessentag 2018: Die Organisation der großen Events ist für die Planer oft ein Geduldsspiel

Cro, BAP & Co.: Manchmal zittern bis zur letzten Minute

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Kommt zum Hessentag in Korbach: Der deutsche Rapper Cro .

Korbach. Rund 800 Veranstaltungen wird es beim Korbacher Hessentag vom 25. Mai bis 3. Juni geben, darunter mit vielen Top-Acts wie Cro, Sunrise Avenue, BAP und Mando Diao. Organisatorisch ist die Planung für das Team des Hessentagsbüros eine echte Herausforderung. Karl-Helmut Tepel, Hessentagsbeauftragter der Kreisstadt, und Kulturamtschefin Ute Jennemann geben einen Blick hinter die Kulissen.

Ute Jennemann

Wer soll beim Hessentag auf den Bühnen stehen? Um Unterhaltung für jeden Geschmack zu bieten, wurden im Vorfeld Wunschlisten gemacht. Unter anderem bei Facebook hat die Stadt zu Vorschlägen aufgerufen. Mehrere DIN-A4-Seiten sind dabei herausgekommen. „Wir haben uns auf das konzentriert, was mehrfach genannt wurde“, sagt Jennemann. Schon im Herbst 2016 wurden dann die ersten Künstler angefragt, ob sie generell verfügbar wären.

Karl-Helmut Tepel

„Die Planung ist recht kompliziert, weil viele Parameter berücksichtigt werden müssen.“ Spielt der Künstler vor oder nach dem Hessentag in der Nähe? Das wollten die Planer möglichst vermeiden. Und würden die Bands oder Solokünstler auch vor „nur“ 15 000 Menschen auftreten? Manche sagen dann gleich ab, berichtet Jennemann, sie wollen lieber vor größerem Publikum spielen. Der Konkurrenzdruck ist durchaus groß, sagt Karl-Helmut Tepel. In Deutschland, aber auch im Rest von Europa würden zur Hessentags-Zeit viele Festivals stattfinden – und auch diese Veranstalter haben Interesse an den bekannten und beliebten Bands. „Die Künstler warten oft ab. Sie sagen nicht zu oder ab und dadurch hängen wir in der Schwebe“, sagt Jennemann. „Irgendwann gerät man dann unter Druck, weil beispielsweise Plakate gedruckt werden müssen.“ Bis in den Dezember hinein waren manche Auftritte noch mit Fragezeichen versehen. „Bei einigen war es erst im letzten Moment klar.“ Ein Künstler sei bereits fest eingeplant gewesen, habe dann aber kurzfristig abgesagt. „Wir mussten dann in sehr kurzer Zeit Ersatz finden.“ Für das Planungsteam bedeutete das auch viele Nacht- und Wochenendschichten, sagt Tepel.

Meist verlangen Bands und Sänger feste Gagen für ihre Auftritte. „Manchmal bietet man aber auch mehr, um jemand Bestimmtes zu holen“, sagt Tepel. Wie viel genau vom Zehn-Millionen-Budget für die Künstler ausgegeben wird? Darüber gibt es keine genaue Auskunft. Aber: „Es geht in den siebenstelligen Bereich“, sagt er.

Der Hessentagsbeauftragte hofft, dass alle Events kostendeckend laufen. Bislang habe man rund 30 000 Tickets verkauft, das ambitionierte Ziel von 100 000 Eintrittskarten hat sich das Team vorgenommen. Wer ein Ticket kaufe, habe mehr Programm als ein Konzert. „Es ist ein Gesamtpaket“, sagt Jennemann. Schließlich ist der mit Abstand größte Teil der Veranstaltungen kostenlos, nur für rund 35 Angebote wird Geld verlangt.

Tickets: Eintrittskarten für alle kostenpflichtigen Angebote beim Hessentag gibt es im Bürgerbüro der Stadt Korbach im Rathaus, im Kundenservice der Waldeckischen Landeszeitung und im Internet auf der Seite www.hessentag2018.de.

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