„Mini-Fabrik“ für Top-Reifen entsteht in Korbach

High-Tech für Conti: So sieht das aus

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Korbach - Der Countdown läuft: In drei Wochen will Conti in Korbach den Startschuss für das neue Technologiezentrum geben. Bis 2016 investiert der Reifenriese rund 40 Millionen Euro in der Hansestadt.

Groß, breit, schnell – das sind die Attribute für die Reifen, die im Korbacher Technologiezentrum im Blickpunkt stehen. Auf dem Werksgelände entsteht bis Ende Mai 2015 eine kleine neue Fabrik, die zusätzlich 60 hochkarätige Arbeitsplätze bringt – und zugleich weltweit Akzente setzen soll.

Gefertigt werden dort so genannte „Ultra-High-Performance-Reifen“ (UHP), also breite „Schlappen“ für höchste und sportliche Ansprüche. Das beginnt mit Felgengrößen von 17 Zoll und geht bis weit über 20 Zoll, zudem halten sie auch Geschwindigkeiten bis zu 250 km/h und mehr stand, erläutert der Korbacher Werksleiter Lothar Salokat. In kleinen Stückzahlen sollen ab Sommer 2016 jährlich rund 350 000 solcher UHP-Reifen das Werk verlassen.

In diesem Reifensektor soll die neue Minifabrik vor allem die Produktentwicklung vorantreiben. Da geht es aber nicht nur um Profil, Gummimischung, Seitenwandstärke, Rollwiderstand oder Bremsverhalten der Pneus. Aufgabe in Korbach ist gleichermaßen, Produktionsprozesse und Abläufe weiter zu verbessern. Und all diese Erkenntnisse sollen von Korbach aus an alle Pkw-Reifenwerke des Continental-Konzerns weltweit übertragen werden.

„Wir haben uns sehr gefreut, dass wir in Korbach den Zuschlag für dieses Projekt bekommen haben. Das ist für uns eine tolle Herausforderung“, betonte Salokat am Dienstag bei einer Pressekonferenz im Werk. Mit dabei war Klaus Engelhart (Hannover), Pressesprecher für Pkw-Reifen im Konzern.

Im Wettbewerb mit anderen internationalen Conti-Standorten gaben die jahrzehntelange Erfahrung im Reifenbau, der enge Draht zum Forschungszentrum in Hannover und die Leistung der Mitarbeiter in Korbach den Ausschlag. Ein wichtiger Baustein ist aber auch das gute Umfeld in Korbach, erklärte Salokat: reibungslose Zusammenarbeit mit der Stadt, um solche Projekte verwirklichen zu können. „Das ist ein Zeitzeichen, das hier mit dem Technikzentrum gesetzt wird – auch für die gesamte Region“, resümiert Salokat und richtet den Blick symbolisch auf die laufende Korbacher Kunstwoche. „Zeitzeichen“ heißt auch hier das Thema. (jk)

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