Burkhard Beetz wird mit seinem Blindenführhund aber auch manchmal abgewiesen

Hilfe auf vier Pfoten auch beim Urlaub im Waldecker Land

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Blindenhund Maddox ist nicht überall willkommen.  Darüber ärgert sich Burkhard Beetz, der  Sommerurlaub in Hillershausen verbracht hat.

Hillershausen. Blindenhund Maddox ist nicht überall willkommen.  Darüber ärgert sich Burkhard Beetz, der  Sommerurlaub in Hillershausen verbracht hat.

Eine Freundschaft auf Schritt und Tritt hält Burkhard Beetz und seinen vierjährigen Maddox zusammen. Der Blindenführhund erleichtert seinem Herrchen den Alltag. Doch die beiden stoßen immer wieder an Grenzen, wenn sie von Fremden abgewiesen werden. So wie jetzt während des Urlaubs im Waldecker Land und im Sauerland.

Treuer Begleiter: Der Blindenführhund Maddox mit Burkhard Beetz, der in Hillershausen Urlaub gemacht hat. Foto: Rösner

„Raus hier, der Hund darf hier nicht rein“ – in barschem Ton wurde Burkhard Beetz angefahren, als er im benachbarten Hochsauerlandkreis eine Bäckerei betreten wollte. Er berichtet von einer weiteren Erfahrung, die ihn frustriert, und wegen der er sich an die Zeitung gewandt hat: In ein Freibad durfte der Hund nicht mit herein.

Somit fühlte sich Beetz diskriminiert und verließ den Ort. Bis er am Diemelsee einen angenehmen Platz fand – mit Hundestrand. Dort konnte Burkhard Beetz schwimmen, und der Hund fand ein schattiges Plätzchen.

Positive Erfahrungen

„Es ist die Unwissenheit der Leute“, ist sich Beetz sicher. „Dabei sehen sie doch das weiße Geschirr und müssten erkennen, dass er ein Blindenführhund ist.“ Hunde von Menschen mit Sehbehinderung dürfen fast überall mit rein. Burkhard Beetz und seine Frau Ute finden es wichtig, dass mehr Menschen darüber informiert werden, dass dies gesetzlich geregelt ist. „Unser Hund ist entwurmt, geimpft und sauber“, sagt Ute Beetz. Verkäufer und andere bräuchten sich daher keine Gedanken um die Hygiene zu machen.

„Der Hund darf nicht alleine draußen bleiben“, betonen die beiden. Dafür gibt es verschiedene Gründe. Vor allem, weil der Hund seinem Herrchen sämtliche Hindernisse wie Bordsteinkanten anzeigt und ihm ein sicheres Vorankommen möglich macht. Und nicht zuletzt, weil es zurzeit viel zu heiß ist, um den Hund alleine draußen oder im Auto zu lassen.

Das Ehepaar aus Ilmenau in Thüringen hat indes auch positive Erfahrungen gesammelt. In ihrer Ferienwohnung in Hillershausen fühlten sie und ihr Golden Retriever sich im wahrsten Sinne „pudelwohl“.

Die Wahl auf diese Unterkunft fiel über das Internet wegen der Option, Haustiere mitzubringen. Außerdem zieht die Familie es vor, Ferien auf dem Land zu machen. „Hier können wir gut Gassi gehen.“ In Hillershausen haben sie nette Menschen getroffen – viele hätten auch Hunde und Tipps für Spazierwege parat. So haben sie zwei Wochen dort verbracht.

Der 55-jährige Beetz hat eine Erbkrankheit, die den Sehnerv im Gehirn schwinden lässt. Bis vor 24 Jahren war er noch als Berufskraftfahrer tätig. Heute sieht er kaum noch etwas. Der treue Maddox macht es ihm möglich, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen, einzukaufen und zum Arzt zu gehen. „Auf ihn kann ich mich verlassen.“ Beetz’ Frau unterstützt ihn. Aber er sagt: „Ich will nicht von ihr abhängig sein.“

Damit Burkhard Beetz selbstbestimmt unterwegs sein kann, braucht er seinen Hund. Der ist so gut erzogen und trainiert, dass sich niemand Sorgen machen muss, wenn die beiden in ein Geschäft, in ein öffentliches Gebäude oder auf ein Gelände wollen.

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