Diemelsee

Historische Getreideernte mit restauriertem Dreschkasten in Adorf

- Diemelsee-Adorf (nv). Ernten wie in früheren Zeiten heißt es am Samstag und Sonntag in Adorf. Die Mitglieder des heimischen Dreschclubs haben ihre mehr als 50 Jahre alte Dreschmaschine restauriert. Beim Historischen Dreschfest „Auf dem Dockel“ zeigt der geschichtsträchtige Koloss, was er kann.

Kleine Wasserwagen bekommen ihren Platz am roséfarbenen Holz, dann ist es geschafft. Zufrieden bestaunen die Mitglieder des Adorfer Dreschclubs ihre mehr als 50 Jahre alte Petermann-Dreschmaschine. „Über 500 Arbeitsstunden haben wir seit Februar in die Instandsetzung investiert“, berichtet Vorsitzender Michael Steinhardt. Die Maschine war 2006 bei einer Demonstration im Zuge der 700-Jahr-Feier in Wetterburg kaputtgegangen und seitdem nicht mehr einsatzfähig. Da Unterhaltung und Pflege des Dreschkastens in der Clubsatzung verankert sind, beschlossen die Diemelseer, ihr altes Schätzchen zu restaurieren. Nach eigenen Angaben ist der acht Meter lange, sechs Tonnen schwere Koloss der einzige derart erhaltene Dreschkasten in der Umgebung. Die Männer zwischen 16 und 62 Jahren rückten altem Lack und Fett, Rost und Holzwürmern zu Leibe, bis die Maschine in neuem Glanz erstrahlte und die Mechanik wieder funktionierte. Außerdem bekam das Gerät neue Reifen, damit es wie in früheren Zeiten zu Festen transportiert werden kann. Die Gäste der Viehmarktsfestzüge in Adorf und Bad Arolsen konnten zwar bereits einen Blick auf das historische Gerät – Dreschkästen wurden in den 50-er Jahren von Mähdreschern verdrängt – werfen. Zahnräder, Riemen, Dreschtrommel und Siebe, die Körner, Spreu und Stroh trennen, setzen die Clubmitglieder allerdings erstmals zum Auftakt des Historischen Dreschfests am Samstag in Gang. Das „gemütliche Korneinfahren an der Dreschmaschine“ beginnt am Samstag um 17.30 Uhr „Auf dem Dockel“, einem Feld in Richtung Giershagen.Dreschvorführungen gibt es am Sonntag. Der Dreschkasten, angetrieben von einem 45-er Lanz Glühkopf, zeigt ab 11 Uhr mehrmals am Tag, was er kann.

Mehr lesen Sie in der WLZ-Zeitungsausgabe vom 3. September 2009.

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