Bachlauf vom Kreisel am Hanseplatz bis zum Nordring bekommt mehr Platz

Hochwasserschutz in Korbach: Muffiansgraben wird renaturiert

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Anrainer vor Hochwasser schützen und Straße in die Innenstadt attraktiver machen: Bürgermeister Klaus Friedrich und Michaela Wilke, Sachgebietsleiterin Technische Infrastruktur, zeigen die Pläne für die Renaturierung des Muffiansgrabens in der Flechtdorfer Straße. Dem Gewässer soll mehr Platz gegeben werden.

Korbach. Um den Hochwasserschutz in Korbach weiter zu verbessern, soll dem Muffiansgraben entlang der Flechtdorfer Straße mehr Platz gegeben werden. In den kommenden zwei Jahren wird der Bachlauf vom Kreisel am Hanseplatz bis zum Nordring auf einer Länge von rund 550 Metern renaturiert.

„Etwa unter dem Kreisel am Hanseplatz treffen Kuhbach und Muffiansgraben aufeinander. Bei Starkregenereignissen staut sich dort das Wasser an, so dass es in der Vergangenheit zu Überschwemmungen kam“, erklärt Bürgermeister Klaus Friedrich Hintergründe. „Wir sehen vor, das Gewässer entlang der Flechtdorfer Straße aufzuweiten und ihm so mehr Raum für eine natürliche Laufentwicklung zu geben“, geht Michaela Wilke, Sachgebietsleiterin Technische Infrastruktur im Korbacher Rathaus, ins Detail: „Das Platzangebot für die Sohlbreite wird auf das Dreifache der Ausbaubreite vergrößert“. Die Sohlbreite ist die Breite eines Baches am Grund.

Das sei leicht möglich, weil die Flechtdorfer Straße eigentlich zu breit gebaut sei, erklärt Michaela Wilke. „Die Straße wird dann vom Hanse-Kreisel bis zum Nordring auf sechs Meter Breite ausgebaut – also auf die übliche Breite gebracht“, verdeutlicht Klaus Friedrich. In den vorhandenen Parkstreifen werde mehr Struktur gebracht, die Zahl der Parkplätze etwas reduziert.

„Das Gewässer soll die Möglichkeit bekommen, eigene dynamische Fließprozesse zu erzeugen und somit vielfältigere Lebensräume am und um das Gewässer entstehen zu lassen. Damit werden zusätzliche Rückhaltekapazitäten geschaffen“, sagt Friedrich und betont, der deutlich höhere Flächenanteil für Flora und Fauna werde sich außerdem positiv auf das Ökosystem auswirken. „Wir schaffen damit nicht nur mehr Hochwasserschutz, sondern wollen auch das Entrée Flechtdorfer Straße optisch aufwerten. Dieser Eingang in die Innenstadt soll deutlich an Attraktivität gewinnen“, sagt Bürgermeister Friedrich.

Die Gesamtkosten sind auf 770 000 Euro beziffert. Für die Renaturierungsarbeiten erhält die Stadt von der Wirtschafts- und Infrastrukturbank Fördergeld in Höhe von knapp 267 000 Euro. Die Planungsarbeiten sollen 2019 beginnen, 2020 sollen die Arbeiten abgeschlossen werden.

Ebenfalls für mehr Hochwasserschutz sollen am Kuhbach entlang der Heerstraße auf Höhe der Bleiche/Großen Allee, also dem unteren Teil des Stadtparks, im kommenden Jahr die Bagger rollen. „Auch dort ist eine Erweiterung des Gewässers geplant“, sagt Friedrich. Die Kosten belaufen sich auf 240 000 Euro.

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