Willi Gänßler feiert seinen Ehrentag am 7. April im Kreise seiner Familie

Ältester Waldecker wird heute 104 Jahre alt

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Großer Ehrentag für Willi Gänßler mit (im Uhrzeigersinn) Urenkel Lars, Tochter Ursula Sauerland, Karl-Heinz Welteke, Vorsitzender des Einrichtungsbeirats, Ribana Klabunde, Leiterin des Hauses am Nordwall, Bürgermeister Klaus Friedrich und Sohn Horst Gänßler.   

Korbach/Höringhausen –  Willi Gänßler feiert am Sonntag, 7. April, seinen 104. Geburtstag. Er ist der älteste Waldecker.

Geboren wurde Wilhelm Gänßler, den alle Willi nennen, am 7. April 1915 in Wiesbaden. 1920 zog seine Familie nach Höringhausen, wo sein Vater als gelernter Stukateur einen Betrieb gründete. Nach der Volksschule ging Willi Gänßler nach Wiesbaden, wo er eine Ausbildung zum Stuckateur absolvierte. 1933 schloss er sie ab und arbeitete noch einige Monate in dem Betrieb, um Erfahrungen zu sammeln.

An einen windigen, kalten Novembertag packte er schließlich seinen Koffer, setzte sich auf das Fahrrad, das er von seinem Meister geschenkt bekommen hatte, und fuhr – ohne Gangschaltung und bei Gegenwind – bis nach Höringhausen. Von 5.30 Uhr in der Frühe bis zum späten Abend war er unterwegs. „In Marburg hatte ich eigentlich keine Lust mehr, aber ich musste ja weiter“, sagt er und lacht.

Zurück in Höringhausen arbeitete er im Betrieb seines Vaters mit, bis der 2. Weltkrieg begann und er eingezogen wurde. Frankreich, Litauen und Weißrussland waren Stationen.

Viel erlebt im Leben 

In Weißrussland wurde er schwer verletzt. Nach der Genesung in Butzbach wurde er wieder nach Russland geschickt. Nach dem Krieg geriet Willi Gänßler in russische Gefangenschaft. Im Frühjahr 1949 kehrte er zurück nach Höringhausen. Dort erwartete ihn seine Frau Martha, die er 1942 geheiratet hatte, mit Sohn Horst, der in der Zwischenzeit geboren worden war.

Willi Gänßler nahm wieder die Arbeit im väterlichen Betrieb auf, 1950 kam Tochter Ursula zur Welt. Nach dem Tod des Vaters übernahm er die Firma und leitete sie bis 1978.

Auch im Rentenalter wurde ihm nicht langweilig, da er beim Ortsgericht tätig war, Mitglied im Heimkehrerverband und im Kirchenvorstand. Als dessen Vorsteher übernahm er auch die Predigt, wenn der Pfarrer verhindert war.

Seit 1949 war er Mitglied im Höringhäuser Gesangverein – ist ältestes Mitglied im Waldeckischen Sängerbund. Bereits 1932 trat er den Höringhäuser Turnverein bei, ist auch dort längst Ehrenmitglied. 2010 zogen er und seine Frau Martha ins Haus am Nordwall. Vor drei Jahren starb seine große Liebe.

Hessentag im Goldregen erlebt

Willi Gänßler verfolgt das Geschehen im Waldecker Land nach wie vor mit großer Aufmerksamkeit. Immer noch stimmt er gern ein Lied an, ist für sein Mundharmonika-Spiel bekannt. Die Eröffnung des Hessentags in Korbach verfolgte er am Rathaus als ältester Korbacher Bürger auf der Ehrentribüne im Goldregen und lernte Ministerpräsident Bouffier persönlich kennen. Sein Fazit im Alter von 103 Jahren: „Das war einer der schönsten Tage in meinem Leben“.

Sein Rezept für ein hohes Alter: Fleißig arbeiten, viel singen „und Alkohol nur in Maßen“. Morgen feiert Willi Gänßler im Kreise seiner zwei Kinder, fünf Enkel und sieben Urenkel. Der Gemischte Chor im Männergesangverein Höringhausen singt seinem Ehrenvorsitzenden ein Ständchen. Die Heimatzeitung schließt sich den Gratulanten mit den besten Wünschen an. (md)

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