Mütter aus Kasachstan und der Türkei erzählen von ihren Leben in Korbach

Ein „Ich hab dich lieb“ auf Russisch

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Korbach - Keine Barriere, sondern eine Stärke ist die Muttersprache für ihre Kinder, finden Ayse Türen, Elena Markvart, Maria Kraft, Lydia Jegel und Hanim Satic. Die fünf Frauen kamen selbst aus einem fremden Land nach Korbach und lernten eine neue Sprache.

Sie sind fünf Frauen mit fünf ganz verschiedenen Geschichten und doch eint sie derselbe Traum. Sie wünschen sich für ihre Kinder, dass sie ohne Diskriminierung und Ausgrenzung ihren Weg gehen können, dass sie ihre Wurzeln kennen und ihre Zukunft selbstbewusst gestalten. Eine der Herausforderungen, die die Kinder auf diesem Weg meistern müssen, ist die Sprache. Ayse Türen, Elena Markvart, Maria Kraft, Lydia Jegel und Hanim Satic kennen diese Herausforderung, denn sie mussten sie selbst bestehen. „Ich war vier, als ich nach Deutschland kam“, erzählt Ayse Türen, „ich habe Deutsch beim Spielen auf der Straße gelernt.“ Kein Akzent, keine Unsicherheiten: Die Familienmutter spricht zwei Sprachen fließend – Türkisch und Deutsch.

„Meine ersten Jahre in Deutschland allerdings waren grausam“, sagt Elena Markvart. Sie war 14, als sie nach Korbach kam. „Ich verstand niemanden in der Schule, niemand verstand mich und ich war ganz alleine“, sagt sie. Keine Verbindungen, keine Freunde: An der Sprache scheiterte das soziale Leben. „In der Ausbildung habe ich dann Deutsch gelernt und plötzlich habe ich mich getraut, nach draußen zu gehen“, sagt sie. Die Sprache und das Selbstbewusstsein sind enge Gefährten, das wissen die Frauen und das weiß Natalja Schens vom Projekt „Migration, Integration und Teilhabe“. Programme wie die Sprachpaten und „Homepatjes“ sind Aktionen, die den Eltern bei der Spracherziehung ihrer Kinder helfen sollen. Das erste Projekt unterstützt die Kinder beim Lernen der deutschen Sprache, das zweite bietet im „Tupperparty-Prinzip“ die Möglichkeit zum Austausch unter den Eltern.

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