Bio-Bauer Otto Schöneweis berichtet über seinen Fußmarsch nach Berlin

„Ich würde es wieder tun“

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Der Braunauer Bio-Bauer Otto Schöneweis (links) berichtete im Upländer Milchmuhseum auf unterhaltsame und informative Weise über seinen Protestmarsch von Usseln nach Berlin. Foto: pr

Willingen-Usseln - Unterwegs in Holzschuhen, 460 Kilometer von Usseln nach Berlin: Der Protestmarsch von Bio-Bauer Otto Schöneweis war eine Riesenstrapaze, aber auch eine höchst interessante Erfahrung. Fazit des Braunauer Landwirts: „Ich würde es wieder tun.“

Otto Schöneweis berichtete jetzt im Upländer Milchmuhseum vor vielen interessierten Zuhörern über seinen Fußmarsch in die Bundeshauptstadt. Der Bio-Bauer war am 7. Januar in Usseln gestartet (die Waldeckische Landeszeitung berichtete darüber). Sein Ziel war die Demo unter dem Motto „Wir haben es satt!“, die jedes Jahr parallel zur Grünen Woche in Berlin stattfindet. Zu den Teilnehmern, die für eine bäuerliche Landwirtschaft und gegen Massentierhaltung und Gentechnik eintraten, gehörten auch wieder einige Bio-Milchlieferanten der Upländer Bauernmolkerei.

Otto Schöneweis erzählte auf sehr unterhaltsame und informative Weise über seine Erlebnisse. Er erntete immer wieder Zwischenapplaus für seine Anekdoten. So „durchlebte“ der Bio-Bauer auf seiner Tour extreme Witterungsbedingungen mit Dauerregen, Sturm und Schnee. Hinzu kamen schwierige Straßenbedingungen: „Kaiser-Wilhelm-Kopfsteinpflaster“ und Steigungen, an denen er mit seinem 130 Kilogramm schweren Kälber-Iglu nur im Rückwärtsgang mühselig vorankam. Die Namen der Ortschaften „Elend“ und „Sorge“ im Harz beschrieben seinen Gemütszustand zwischenzeitlich nur zu gut.

Sein Ziel, das „Bundeskanzlerinnen-Amt“, erreichte er nach elf Tagen Fußmarsch mit Hilfe seines Freundes Günther Böckmann. Dieser hatte kurz vor Berlin noch den ADAC zu Hilfe geholt, da der umgebaute Iglu einen Platten hatte und die zwei Ersatzreifen bereits verbraucht waren.

Unterstützung erfuhr Otto Schöneweis fast überall: Zuspruch von Passanten, Übernachtungsmöglichkeiten bei Berufskollegen, und zweimal wurden ihm sogar fünf Euro zugesteckt. „Die Leute kannten mich schon aus dem Fernsehen!“, erklärte er lachend. Auch die Polizei half ihm unterwegs bei kleineren Orientierungsproblemen.

Im Anschluss an den lebhaften Bericht besichtigten die Besucher den Kälber-Iglu im Garten des Museums. Schöneweis selbst demonstrierte, wie er darin gelegen hat. Außerdem wurde noch ein kleiner Film gezeigt, denn mehrere regionale Fernsehteams haben ihn begleitet.

Informationen und Bilder rund um Ottos Fußmarsch sowie der Kälber-Iglu und die Holzschuhe können in den kommenden Wochen im Upländer Milchmuhseum bestaunt werden. Der Eintritt ist frei. (r)

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