Jahreshauptversammlung der Willinger Feuerwehren · Zahlreiche Ehrungen

Identifikation von Ort und Wehr

Rückblick, Ausblick und Ehrungen: Bei der Jahreshauptversammlung der Upländer Feuerwehren erhielten verdiente Feuerwehrmänner ihre Brandschutzehrenzeichen in Gold und Silber. Fotos: Wilhelm Figge

Willingen - Welleringhausen. - Die Upländer Feuerwehrleute redeten über das vergangene Jahr und die Voraussetzungen für ihre Zukunft: Einig waren sie beim Erhalt der Ortsteilwehren.

„Da haben wir gesehen, wie viel vernünftige Ausbildung ausmacht“, sagte der Willinger Gemeindebrandinspektor Jürgen Querl über den Großbrand am Sauerland Stern Hotel. Alle Ortsteilwehren waren an dem Einsatz im August 2013 beteiligt, Evakuierung der Hotelgäste und Brandbekämpfung bei extrem hohen Temperaturen seien „top“ gewesen.

Das Feuer war das größte Ereignis, auf das die Upländer Brandschützer bei ihrer Jahreshauptversammlung zurückblickten, aber auch sonst hatten sie viel zu tun: 26 weitere Brandeinsätze, zwölf Brandsicherheitsdienste, 58 Hilfeleistungen von der Türöffnung bis zur Personensuche sowie 20 Fehlalarme ließen die Feuerwehrleute ausrücken. Dass alle 15 Brandmeldeanlagen mindestens einen davon verursacht hätten, sei ärgerlich, erklärte Querl.

Der Ausbildungsstand der Upländer Wehren sei gut, dennoch wünschte sich der Gemeindebrandinspektor, dass auch kleinere Wehren an Lehrgängen teilnähmen.

„Dynamisch ausrüsten“

Hauptsächlich gab es aber Anerkennung für die Feuerwehrleute, besonders für die erfahrenen unter ihnen (siehe links). Ausrüstung hingegen wird im Alter nicht besser: Jürgen Querl zeigte sich erfreut, dass 14 Jahre alte Feuerschutzanzüge für 15 000 Euro ersetzt wurden. Für den gleichen Betrag kommen dieses Jahr weitere zu den 23 Neuanschaffungen hinzu. „Wenn noch Geld übrig bleibt, gibt es auch neue Helme für Atemschutzgeräteträger“, verriet der Gemeindebrandinspektor.

Auch Gerätehäuser müssen erneuert werden: Sieben der neun seien in Ordnung und die Sanierung in Bömighausen sei leicht zu bewerkstelligen. In Willingen fehlen hingegen Umkleideräume, Sanitäranlagen, Jugendfeuerwehrräume und Büro. Noch dazu sind die Tore für heutige Fahrzeuge zu klein. Für beide Gerätehäuser laufen Vorplanungen.

Die Usselner Wehr möchte zudem ihr Löschgruppenfahrzeug aus dem Jahr 1984 ersetzen, auch die Welleringhäuser suchen nach einem Nachfolger für ihr Tragkraftspritzenfahrzeug von 1987 - das älteste im Upland. Positiv erwähnte Querl die gemeinsame Ausschreibung für Staffellöschfahrzeuge mit der Gemeinde Diemelsee. Baugleiche Modelle würden Zusammenarbeit und Beschaffung von Ersatzteilen erleichtern.

Lobende Worte fand Querl auch dafür, dass der Bedarfs- und Entwicklungsplan seit 2005 „fast eins zu eins umgesetzt“ werde. Dass er allerdings zukünftig nur noch alle zehn Jahre fortgeschrieben werden soll, sei schade. Bürgermeister Thomas Trachte zeigte Interesse, ihn zwei- oder dreijährig auf kurzfristiger und freiwilliger Basis fortzuschreiben: „Es ist ein dynamischer Prozess, die Feuerwehr auszurüsten“, erklärte er.

„Ortsteilwehren erhalten“

Gute Nachrichten gab es in Sachen Digitalfunk, der Mitte des Jahres in Probebetrieb und Anfang nächsten Jahres in Echtbetrieb gehen soll.

Auch Gemeindejugendfeuerwehrwart Stefan Behlen­ war zufrieden: Zum ersten Mal seit 2009 ist die Zahl der Nachwuchsfeuerwehrleute nicht zurückgegangen - dabei wurden drei von ihnen in die Einsatzabteilung übernommen. Zur Werbung neuer Mitglieder schrieb die Jugendfeuerwehr alle Upländer Jungen und Mädchen im richtigen Alter an. Kreisjugendfeuerwehrwart Markus Potthoff riet, die Flyer im persönlichen Gespräch zu überreichen: „So können wir Vorurteile gleich entkräften.“

Allen Rednern des Abends war der Erhalt der Ortsteilfeuerwehren wichtig. „Eine Feuerwehr im Ort ist wichtig für Identifaktion und Selbstbewusstsein“, so der Bürgermeister. Die Rolle von Ortskenntnis und -nähe stellten sowohl Querl als auch der Welleringhäuser Ortsvorsteher Karl Briehl in den Vordergrund.

Kreisbrandinspektor Gerhard Biederbick erklärte, eine Feuerwehr für die gesamte Gemeinde bräuchte eine Zentrale in der Ohlenbeck, um das Gebiet abzudecken. Ein solcher Bau zwischen Usseln und Neerdar würde gut zehn Millionen Euro kosten, spitzte der Kreisbrandinspektor zu.

Manfred Hankel, Vorsitzender des Kreisfeuerwehrverbands, hat schon einige Fusionen von Ortsteilwehren gesehen, hält sie aber nicht für den richtigen Weg für die Upländer: „Ich hoffe, dass in Willingen alles so bleibt.“

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