Korbach

„Ihr Kinderlein, oh kommet doch all“

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- Korbach (resa). Wenn Agniezska Plocharska am Weihnachtsabend auf der Geburtsstation ein Baby entbindet, dann hat sie ein bisschen das Gefühl, als wiederhole sich die Weihnachtsgeschichte. Als einen besonderen Dienst empfinden auch ihre Kolleginnen die Arbeit an Heiligabend. Sie sind rund um die Uhr einsatzbereit.

Maria dürfte es schwer gehabt haben. Auf einem Esel legte sie rund 113 Kilometer zwischen Nazareth und Bethlehem zurück – hochschwanger. Ihre Sorgen dürften groß gewesen sein, als sie inmitten einer fremden Stadt plötzlich Wehen bekam und das Baby nicht länger warten wollte. „Bei uns braucht sich keine Frau zu sorgen, wenn sie am Heiligen Abend plötzlich Wehen bekommt“, sagt Agnieszka Plocharska, „wir sind auf kleine Christkinder eingestellt“. Und damit meint sie die gut gelaunte Gruppe von Hebammen, die sich im Korbacher Krankenhaus auf den Weihnachtsdienst einstellt.

„Wir sind rund um die Uhr da“, erklärt Sabine Peter, die in diesem Jahr an Heiligabend Dienst auf der Geburtsstation hat. Es sind besondere Momente auf der Station, wenn in den Wohnzimmern die ersten Kerzen angezündet, die Geschenke ausgepackt werden. „Es ist dann meistens ganz still im Kreißsaal, kein alltägliches, hektisches Treiben“, erzählt Agniezska Plocharska, „im Krankenhaus bleiben nur die Menschen, die unsere Pflege dringend brauchen“. Und es ist eine besondere Zeit, um ein Kind zu bekommen. Traumtermin ist der 24. Dezember für viele Eltern aber nicht. „Sie machen sich Gedanken darüber, dass der Nachwuchs dann immer Weihnachten und Geburtstag an einem Tag feiern muss“, weiß Hebamme Irene Rudersdorf-Wilke.Mit Akupunktur, Tees und Tropfen versuchen deshalb viele Mütter, das Baby zur Eile anzuhalten.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Freitag, 24.Dezember

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