Korbach

„Immer vom schlimmsten Fall ausgehen“

- Wie reagiert die Aufsichtsbehörde auf den Quecksilber-Störfall im Korbacher MVV-Heizkraftwerk? WLZ-FZ-Redakteur Thomas Kobbe fragte Regierungspräsident Dr. Walter Lübcke und Dezernatsleiter Rainer Werneburg.

Der Quecksilber-Störfall im Korbacher MVV-Heizkraftwerk vom 25. August ist nach Aussage von Ihnen, Herr Werneburg, durch „äußerst mangelhaftes Management“ verursacht worden. Kritiker der Anlage sehen jedoch nicht (nur) menschliches Versagen, sondern Systemfehler wie unzureichende Filtertechnik und Kontrolle des Ersatzbrennstoffes als Ursachen an. Wie wird die Situation von der Aufsichtsbehörde beurteilt? Dr. Lübcke: Die vorhandene Filtertechnik entspricht dem Stand der Technik, sowohl in Deutschland als auch in Europa. Gleiches gilt für die Eingangskontrolle des angelieferten Ersatzbrennstoffes. Der Betreiber hat sich allerdings aufgrund des jüngsten Vorkommnisses bereit erklärt, ein Konzept vorzulegen, das eine noch intensivere Kontrolle vorsieht, auch im eigenen Interesse. Über die Sichtkontrolle hinaus werden vermehrt Stichproben von den Anlieferungen genommen und die Proben analysiert. Insofern trägt eine verbesserte Eingangskontrolle auch dazu bei, dass die Chargen beim Anlieferer genauer kontrolliert werden.Werneburg: Im Wesentlichen handelt es sich um zwei Makler, von denen der Betreiber den vorbehandelten Abfall erhält. Dahinter steht eine größere Anzahl von Sortieranlagen oder anderen Lagern.

Befinden sich alle Anlagen und Lager in Deutschland? Dr. Lübcke: Ja. Nur manchmal ist es schwierig, die Lieferwege nachzuvollziehen. Das hat der Betreiber aber auch erkannt. Deshalb hat MVV uns gegenüber erklärt, die Zulieferer zu reduzieren und die Annahmekontrolle zu verschärfen.

Das komplette Interview finden Sie in der WLZ-Ausgabe vom Samstag, 26. September 2009.

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