Diskussionsveranstaltung im Bürgerhaus

Initiative für Fahrradwege: Korbach soll aufsatteln

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Aktiv für bessere Fahrradwege: (von links) Maik Bock (Initiative Radentscheid), Anette Blumberg (NVV), Dr. Jochen Pries (BI Korbach), Christine Heckmann (VCD Hessen), Carsten Vahland (Ordnungsamt Korbach).

Korbach soll fahrradfreundlicher werden. Das fordern die Bürgerinitiative „für ein lebenswertes Korbach“ und ihre Untergruppierung „Korbach sattelt auf“.

Zu einem Informations- und Diskussionsabend zum Radverkehr in der Stadt waren gut 30 Teilnehmer ins Bürgerhaus gekommen. Dr. Jochen Pries stellte die Anliegen der Initiative vor. Die Klimaziele seien verpasst worden, mehr Radverkehr könnte eine Gegenmaßnahme sein. Dazu müssten sich aber mehr Menschen auf die Räder trauen, dazu wiederum müsse die Radwegesituation verbessert werden. Gleichberechtigung der Verkehrsteilnehmer heiße die Devise.

Viele Autofahrer könnten sich nach Umfragen vorstellen, häufiger aufs Fahrrad umzusteigen, so Pries. 82 Prozent aller Befragten wünschten sich weniger Autos auf den Straßen. Der Platzbedarf für Autos sei insgesamt viel größer als der für Wohnflächen. Ein Dialog mit Ämtern und Behörden sei gefragt.

Auf ÖPNV gesetzt

Anette Blumberg vom Nordhessischen Verkehrsverbund (NVV) setzt auf den öffentlichen Personenverkehr. Sie erläuterte das Konzept des NVV: Stundentakt als verlässliches Regelangebot, einladende und barrierefreie Infrastruktur, Flat-Tarife, Kundeninformation via App, Pedelec-Verleih und kostenlose Fahrradmitnahme in Regionalzügen. Der NVV vermiete Elektrofahrräder in gesamt Nordhessen. Dazu gebe es neben den Fahrplänen auch digitale Fahrradrouten per App.

Maik Bock von der Initiative Radentscheid beichtete von den Erfahrungen aus Kassel. Die Initiative sei in den Köpfen der Menschen angekommen. Es gebe Gespräche mit der Verwaltung und vielversprechende Fahrradtouren mit Kindern, Fahrradkino und andere Veranstaltungen. In einem Rechtsstreit mit der Stadt solle die Verlässlichkeit von Kostenschätzungen für Radwegebau geklärt werden. Ein hessenweiter Radentscheid sei für das kommende Jahr geplant.

Radweglücken sollen geschlossen werden

Der Leiter des Korbacher Ordnungsamts, Carsten Vahland, erläuterte die Situation in der Kreisstadt. In den Nebenstraßen gelte flächendeckend Tempo 30, außerdem vor Kindergärten und Schulen. Zudem gebe es Schutzstreifen auf mehreren Hauptstraßen und verkehrsberuhigte Bereiche. Er glaube, dass die Stadt mit den Maßnahmen gut aufgestellt sei. „Wir müssen aber mit dem Bestand leben, können keine neue Stadt auf die grüne Wiese bauen.“

Zu den weiteren Plänen gehöre, Radwegelücken zu schließen – beispielsweise in der Briloner Landstraße, außerdem Bordsteinabsenkungen, neue Konzepte für Arolser Landstraße, Heerstraße und Strother Straße, Verbesserung der Situation in den Kreisverkehren und weitere Geschwindigkeitsbegrenzungen, führte Vahland aus.

Aus dem Publikum im Bürgerhaus kam der Vorschlag, mehr Einbahnstraßen einzurichten und die Forderung nach einem schlüssigen Gesamtkonzept für den Verkehr. Korbachs Bürgermeister Klaus Friedrich sah bei allen Planungen auch die Notwendigkeit eines gesamtgesellschaftlichen Umdenkprozesses und ermutigte zu weiteren Anregungen und Gesprächen. (os)

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