Experten diskutieren beim 4. Korbacher Wirtschaftsforum in der Stadthalle

Innovation startet in Personalabteilung

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Korbach - „Innovation und Personal – zwei Seiten der gleichen Medaille!?“ Mit dieser Fest- und Fragestellung haben sich die rund 150 Teilnehmer des vierten Korbacher Wirtschaftsforums am Mittwoch in der Stadthalle beschäftigt.

Für Jobsucher scheinen goldene Zeiten anzubrechen: Mit flexiblen Arbeitszeiten, Beteiligungsmodellen, bis hin zu freien Getränken buhlen Waldeck-Frankenberger Unternehmen um die knapper werdende Ressource Fachkraft. Wie es aussehen kann, das Arbeitnehmer-Eldorado, erfuhren rund 150 Teilnehmer am Mittwoch beim Wirtschaftsforum, zu dem gemeinsam mit dem Kommunalen Service-Verbund Eisenberg die Wirtschaftsförderung Korbach Goldrichtig zum vierten Mal in die Stadthalle eingeladen hatte.

Nach der Tischmesse, bei der sich die Unternehmen der Region, Handwerksbetriebe und Handelsfirmen präsentierten, widmeten sich Experten unterschiedlichen Aspekten des Tagungsthemas „Fit für die Zukunft: Innovation und Personal – Zwei Seiten der gleichen Medaille?“ Moderiert wurde die Veranstaltung von WLZ-FZ-Chefredakteur Jörg Kleine.

„Ein Lebensphasenkonzept der Personalabteilung ist erforderlich“, postulierte zunächst Josef Coellen vom Malik Managementzentrum in St. Gallen (Schweiz). Im Blick hat der Dozent eine Personalpolitik, die sich an den Lebensdekaden und den damit verbundenen unterschiedlichen Bedürfnissen der Mitarbeiter über ein ganzes Berufsleben hinweg orientiert.

Berufseinsteigern beispielsweise solle eine Phase des Ausprobierens ermöglicht werden, etwa durch Jobrotation innerhalb des Betriebs, sagte Coellen. So könnten sie herausfinden, wie sie am Besten arbeiten könnten. In der Phase von 30 bis 39 sei die Vereinbarkeit von Familie und Beruf oft entscheidend. Wissenstransfer und Planung des Ruhestand stehe in der Phase über 50 im Vordergrund.

„Wir sind für Frauen und Mütter ein attraktiver Arbeitgeber“, wies Steffen Müller, Geschäftsführer von Horizont in Korbach, auf die flexiblen Arbeitszeitmodelle des Unternehmens hin. Doch Horizont hat noch mehr in petto: Mitarbeiter können ihre Vorgesetzten benoten oder für mindestens einen Tag in einen anderen Bereich der Firma arbeiten.

Ein internes Weiterbildungsprogramm, Gesundheitsangebote, Feste oder Sportwettbewerbe ergänzen das Angebot. Schließlich sind die Arbeitnehmer am Unternehmen beteiligt: „Etwa zehn Prozent des Kapitals halten die Mitarbeiter“, sagte Müller.„Fit in Führung“ hieß es dann beim Vortrag der drei Trainerinnen für Führungskräfte und Nachwuchsführungskräfte, Bettina Haberland-Michel, Petra Feil und Anne Alsfasser-Deutsch.

In der Berndorfer Firma Isenberg, die sich auf Warenpräsentationssysteme spezialisiert hat, wird schon seit Jahren auf ein gutes Betriebsklima geachtet. Mit Tariflohn und dem Bezahlen von Überstunden allein sei es nicht getan, um die Mitarbeiter in Phasen hoher Belastung bei Laune zu halten, erklärte Geschäftsführer Michael Porst.

So bietet das Unternehmen Ruheräume mit Kickertischen, kostenlose Getränke und Schokolade, zweimal jährlich stehen Familienfeste an. Gleitzeit, Wiedereingliederungshilfe nach Elternzeit, Fortbildung während der Elternzeit, Kostenbeteiligung an Meisterkursen, die Finanzierung von Lehrlingsstücken oder auch die zeitweise Betreuung von Mitarbeiterkindern komplettieren das Paket. Belohnt werde der Betrieb mit guten Leistungen und niedrigem Krankenstand, so Porst.Abschließend präsentierten der Korbacher Wirtschaftsförderer Werner Niederquell und Dr. Peter Vieregge vom Forschungsinstitut für Regional- und Wissensmanagement in Iserlohn die neuen Instrumente der Wirtschaftsförderung Korbach: Markt-Assistenzsysteme sowie die Unternehmerakademie.

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