Bauarbeiten im Kloster Flechtdorf schreiten voran - Weihnachtsmarkt am 30. November

Investieren in Geschichte und Zukunft

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Diemelsee-Flechtdorf - Es tut sich was in den historischen Gemäuern des Klosters Flechtdorf – auch wenn das nicht für jedermann auf den ersten Blick sichtbar ist. Über 100.000 Euro wurden dieses Jahr in Baumaßnahmen investiert.

Für die Zukunft der Geschichte wird im ehemaligen Kloster in Flechtdorf seit 2007 fleißig gewerkelt. Rund 700.000 Euro wurden seit dieser Zeit vor allem in Sanierung der Mauern und Instandsetzung von Gebäudeteilen investiert, allein dieses Jahr lagen die Ausgaben bei über 100.000 Euro. Der Großteil stammt aus Fördertöpfen und Spenden.

Alte Klostermauer entdeckt

„Bei vielen Arbeiten ist der Fortschritt gar nicht zu erkennen“, erklärt sagt Helmut Walter vom Förderverein Kloster Flechtdorf. Doch das ist durchaus positiv gemeint. Denn bei der Sanierung des Mauerwerks achteten die Handwerker darauf, dass die sichtbaren Unterschiede der jeweiligen geschichtlichen Epochen auch erhalten bleiben. Das gilt zum Beispiel für das potentielle Trauzimmer, das sich über dem künftigen Informationszentrum befindet. „Hier sind anhand der Fugen die unterschiedlichen Zeitspannen des Baus zu erkennen“, so Walter. Ein Teil der Wand stamme aus dem 12. Jahrhundert, angebaut wurde dann im 16. Jahrhundert. Und im 21. Jahrhundert sollen sich bald Paare in den geschichtsträchtigen Räumen das Jawort geben können.

Im Obergeschoss, wo auch Übernachtungsmöglichkeiten für Gäste entstehen sollen, müssen noch Fenster eingesetzt werden. Auch hier spielt die Geschichte eine wichtige Rolle. „Kein Fenster ist wie das andere“, so Walter. Das reiche vom Spitzbogen über romanische Bögen oder Fenster aus der Renaissancezeit. Das sei eine Herausforderung für die Handwerker, sie ist es aber in jedem Fall für die Mitglieder des Fördervereins. Denn die Denkmalpflege hat ganz konkrete Vorstellungen für die Bauarbeiten, das reicht bis zur Vorgabe der Griffe für die Fenster.Außerdem wurde die Decke im Dachgeschoss geschlossen und die Entwässerung verbessert. Neben neuen Dachrinnen wurde zum Ringhof hin eine Auffangrinne angebracht, da sonst der ablaufende Regen von der Straße den Hof unter Wasser setzte. Die Fördervereins-Mitglieder pflasterten den Eingangsbereich dort selbst und stießen bei den Arbeiten auf Fundamente der alten Klostermauer. „Das beweist, dass das spätere Abtshaus vorher ein Klostertor war“, erklärt Helmut Walter.

Für das kommende Jahr hofft er, mit den Investitionen die Millionen-Marke knacken zu können. Um an Fördergelder zu kommen, werde eng mit der Gemeinde Diemelsee zusammengearbeitet. Die Baumaßnahmen im kommenden Jahr sollen dann auch für die Besucher – 1300 waren es in diesem Jahr – sichtbar werden. Ziel ist es, das Informationszentrum mit Elektrik und Heizung fertigzustellen. Nach den zahlreichen Sanierungsarbeiten geht es nun also an den Innenausbau.

Nikolaus kommt ins Kloster

Besucher können sich beim Weihnachtsmarkt am kommenden Samstag, 30. November, ein Bild von den Fortschritten machen. Erstmals findet die von den Flechtdorfer Vereinen ausgerichtete Veranstaltung auch im Obergeschoss des Klosters statt – und bietet somit jenen Zuflucht, die leicht zum Frösteln neigen. Im Ringhof und im Kloster heißt es bei Glühwein und Ofenkuchen eintauchen in die Zeit der Benediktiner-Mönche.Beginn ist um 13 Uhr, für musikalische Unterhaltung sorgen der Männergesangverein und der Posaunenchor Flechtdorf. Gegen 16.30 Uhr wird der Nikolaus erwartet, der Wunschzettel für das Christkind entgegennimmt. Unterhaltung für Kinder gibt es beim Kamishibai-Theater mit dem Stück „Pippi feiert Weihnachten“ sowie beim Kerzenziehen und Stockbrotbacken. Währenddessen können die Erwachsenen entlang der Budenzeile schlendern, kulinarische Spezialitäten genießen und vielleicht schon das ein oder andere Geschenk entdecken. (tt)

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