Korbach: Baskim Celic bereits in die Justizvollzugsanstalt Kassel überwiesen

„Ist alles wie eine Luftblase zerplatzt“

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- Korbach (md). Das Schicksal der Familie Celic, die bei der Abschiebung auseinandergerissen wurde, bewegt. Ob Arbeitgeber oder Kollege, Schul- und Pfarrgemeinde oder Flüchtlingsberater: Sie finden nicht richtig, was Ämter als rechtens bezeichnen.

Am Montagabend ist Familie Celic früh zu Bett gegangen – die Kinder sollten am nächsten Tag für die Schule ausgeschlafen sein, erzählt Pasko Paljušaj. Er ist ein Arbeitskollege und Freund von Baskim Celic und hat von ihm erfahren, was in der Nacht, die dem Montagabend folgte, geschehen ist.

In die Schule, die gleich um die Ecke lag, konnten Neda (8 Jahre) und Nerdivana (6) am Dienstagmorgen nicht gehen. Sie wurden stattdessen zusammen mit ihrer Mutter am Düsseldorfer Flughafen in ein Flugzeug gesetzt und nach Pristina abgeschoben. Startzeit: 11 Uhr. Ihr Vater wurde unterdessen im Korbacher Krankenhaus behandelt, weil er sich in der Nacht beim Sturz vom Balkon schwere Verletzungen an beiden Armen zugezogen hatte (wir berichteten). Als Pasko Paljušaj seinen Kollegen Baskim Celic im Krankenhaus fragte, warum er gesprungen sei, erhielt er eine Antwort, die er folgendermaßen zitiert: „Ich habe nur noch schwarz gesehen. Ich wusste nicht mehr weiter“.

Rund ein Dutzend Polizisten hätten mitten in der Nacht an der Tür geklingelt und gesagt, die Familie werde abgeschoben. Baskim Celic und seine Frau hätten 40 Minuten Zeit, ihre Koffer zu packen. „Da wusste er, die ganze Mühe war umsonst gewesen. Er hatte bis zuletzt gehofft – und dann ist alles wie eine Luftblase zerplatzt“.

Am Freitagmorgen brachten ihn Polizisten in die Justizvollzugsanstalt in Kassel. Sobald sich sein gesundheitlicher Zustand gebessert hat, soll er in den Kosov abgeschoben werden - es sei denn, dem Eilantrag des Anwaltes auf Abschiebstopp wird stattgegeben.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Samstag, 11. Februar.

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