Vorstandswahlen und Ehrungen bei Waldeckischen Jägerschaft

Jäger wollen Steuergerechtigkeit

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Der Vorstand der Jägerschaft mit (v.l.) dem stellvertretenden Vorsitzenden Tobias Brun, Karsten Hildebrand, Ingo Küstner, Andre Zulauf, Dr. Thomas Schierenberg, Uli Bongert, Bernd Langerzik, Vorsitzendem Heinz Langerzik und Dennis Merhof.

Waldeck-Frankenberg - Überhöhten Jagdsteuern will die Waldeckische Jägerschaft geschlossen zu Leibe rücken. Das wurde bei der Generalversammlung im Mühlhäuser Gasthof Kiepe beschlossen.

Laut Vorsitzendem Heinz Langerzik sind rund 70 Reviere im Landkreis von Überbesteuerung betroffen. „Einige Reviere zahlen faktisch über 40 Prozent Jagdsteuer“, stellte der Vorsitzende fest. Dies sei unzulässig, bekräftigte der eingeladene Jurist Joachim Müller und zog dazu ein Urteil des Oberverwaltungsgerichts Lüneburg/Niedersachsen zurate, nach welchem Jagdsteuersätze über 30 Prozent widerrechtlich seien.

Die Frage der Steuergerechtigkeit stelle sich auch dann, wenn etwa Reviere, die ein Drittel unter dem durchschnittlichen Pachtpreis liegen, dennoch nach dem Durchschnitts­pachtpreis besteuert würden. „Wir sollten versuchen, diese Satzung auszuhebeln“, sagte Müller und regte die Einrichtung eines Fonds für eine Sammelklage an. In der Runde wurde daraufhin der Antrag beschlossen, dass die Jägerschaft zunächst 600 Euro aus der Vereinskasse für diesen Fonds bereitstellt. Die restliche Summe soll aus Spenden der Jäger zusammenkommen.

Der Blick zurück auf das Jahr 2012 fiel durchweg positiv aus.Der Vorsitzende hob die „hervorragenden Ergebnisse“ der Jungjägerlehrgänge hervor. Knapp 350 Stunden Unterricht umfasst die achtmonatige Ausbildung, erläuterte Tobias Brun.

Die Arbeit der 2011 gegründeten Nachsuchegruppe Wal­deck-Frankenberg stellte Obfrau Katrin Förster-Schmitt vor. 405 Einsätze bei der Nach- und Kontrollsuche verzeichnen die derzeit zehn Gespanne für das vergangene Jahr. Regelmäßige Ausbildungslehrgänge für Jagdhunde bietet Andre Zulauf, Obmann für das Hundewesen, an. Schießobmann Thomas Schierenberg stellte die Regularien für den Erwerb einer „Keilernadel“ vor.

Bei den Abschusszahlen des vergangenen Jahres belegt das Rehwild mit 8700 erlegten Tieren den Spitzenplatz, wie Helmut Möller von der Unteren Jagdbehörde berichtete. Annähernd verdoppelt habe sich mit 6350 Stück das Schwarzwild. Eine „massive Steigerung“ verzeichnete Möller zudem bei der Zahl der erlegten Füchse (4800) und Waschbären (5300), Letztere insbesondere in den Bereichen Waldeck und Bad Wildungen. Weniger ins Gewicht fallen die Zahlen von Rotwild (520) und Muffelwild (140). Kritisch merkte Möller die unter Jägern offenbar noch verbreitete Art der Waffenaufbewahrung ohne verschließbaren Waffenschrank an: „Da hat sich nichts geändert, das ist nach wie vor nicht in Ordnung.“ Die Erhöhung des jährlichen Mitgliedsbeitrags um 10 Euro auf insgesamt 50 Euro erklärte Langerzik mit wirtschaftlichen Aspekten sowie der Altersstruktur, bei der sich bereits der demografische Wandel bemerkbar mache.

Bei den Wahlen wurde der Vorstand um Vorsitzenden Heinz Langerzik und seinen Stellvertreter Tobias Brun im Amt bestätigt. Neu dabei sind Schriftführer Michael Schulenberg (Willingen), vormals Beisitzer, sowie die neuen Beisitzer Bernd Langerzik (Korbach) und Karsten Hildebrand (Mühlhausen).

Der Vorsitzende nutzte die Versammlung, um treue Mitglieder mit Urkunden auszuzeichnen. Für 50 Jahre wurden geehrt: Karl Wilke, Eckhard Mertens, Dieter Handschuh, Max-Dieter Schwolow und, in Abwesenheit, Dr. Oskar Zelder. 40 Jahre: Helmer Siebert, Willi Gensmann und, in Abwesenheit, Fritz Gerhard. 25 Jahre: Bernd Vogt, Dr. Horst-Walter Johanneswerth, Dietmar Jütte, Udo Göckel, Wilhelm Göbel und Hans-Dieter Zirpins.

Vier Ehrenmedaillen wurden für besondere Leistungen verliehen. Die Medaille des Landesjagdverbandes in Bronze nahmen der ehemalige Schriftführer Alexander Schabowitz und Peter Buda, Vorsitzender der Bläsergruppe, entgegen. Die Medaille des Deutschen Jagdverbandes in Bronze wurde Karl Keuling, der im Kreis an mehr als 1000 Nachsuchen beteiligt war, überreicht. Die höchste Ehrung wurde Rolf Dornseif zuteil. Der Berndorfer hatte dem Vorstand der Jägerschaft 30 Jahre als Schriftführer sowie zuletzt drei Jahre als Beisitzer angehört. Dafür wurde er mit dem silbernen Verdienstkreuz des Deutschen Jagdschutzverbandes ausgezeichnet.

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