Adorfer Landjugend feiert mit Tanzprogramm, Geselligkeit und neuem Maskottchen

60 Jahre lang jung geblieben

+

Diemelsee-Adorf - Am Samstag feierte die Adorfer Landjugend die Gründung ihres Vereins im Jahr 1953. Gemeinsam mit den Gästen ließ sie ihre Geschichte Revue passieren, für Unterhaltung sorgte ein buntes Tanzprogramm.

„Landjugend – das heißt nicht nur feiern, das heißt auch Traditionen zu bewahren und mit anzupacken“, erklärte Torsten Pohlmann, einer der Vorsitzenden der Adorfer Landjugend. Der kurz „LaJu“ genannte Verein lud am Samstagabend in die Dansenberghalle, um sein 60-jähriges Jubiläum gebührend zu feiern. Zahlreiche Ehrengäste überbrachten den etwa 50 aktiven und 70 passiven Mitgliedern ihre Glückwünsche. Bürgermeister Volker Becker lobte das Engagement der Landjugend: Ob Osterfeuer, Disco-Abend, Bau des Waldkindergartens oder Unterstützung der Gemeinde bei der Pflege von Ort und Halle: „Wir alle wissen, was wir an euch haben“. Auch Landtagsabgeordneter Armin Schwarz äußerte seinen Respekt, und Dr. Jürgen Römer, Leiter des Fachdienstes Dorf und Regionalentwicklung des Landkreises, erklärte, dass Jugendliche in Trachten und dem Smartphone 
in der Hand ein herrliches Bild abgäben. Die Landjugend sei zudem ein verlässlicher Ansprechpartner. Manch ein Gast konnte selbst auf eine Vergangenheit in oder mit der Landjugend zurückblicken: Der Vorsitzende des Kreisbauernverbandes, Karsten Schmal, äußerte gute Erinnerungen an seine Kontakte zur „LaJu“, und der Kreisbeigeordnete Fritz Schäfer, in Vertretung für Landrat Reinhard Kubat anwesend, war selbst ein aktives Mitglied. Für den Ortsbeirat überbrachte Bernd Becker die Glückwünsche, früher selbst Vorstandsmitglied der Adorfer Landjugend. „Ich erinnere mich, wie wir bei einem Festzug in Arolsen 350 Mark gewonnen haben. Die haben wir gleich in Ausstattung fürs Tanzen investiert.“ Die Landjugend präsentierte denn auch ihre Tanzkünste. In Trachten zeigten die Jugendlichen den „Heilbronner Winzertanz“, später führten sie das modernere „Allez Olla Olé“ auf. Doch nicht nur die „LaJu“ selbst schwang das Tanzbein, auch ihre Gäste wurden aktiv: Die Adorfer Landfrauen tanzten in traditionellen Kostümen zu „Ladies to the Center“ und „Nagelschmied“ und als Überraschungsauftritt gaben frühere Landjugendliche eine Polka zum Besten. Bei dieser wurden die Gäste um Aufmerksamkeit gebeten, denn nach der Aufführung der Ehemaligen waren sie an der Reihe. Und tatsächlich ließen sich zahlreiche Gäste zum Mitmachen hinreißen und führten den Tanz weitestgehend fehlerfrei auf. Auf einem Geburtstag dürfen natürlich auch Geschenke nicht fehlen: Neben Geldspenden der Ehrengäste stiftete die Kreislandjugend einen Bollerwagen. Henrik Schmidtke, Vorsitzender der Hessischen Landjugend, übergab den beiden Adorfer Vorsitzenden Henrietta Dzillak und Torsten Pohlmann eine Plüschkuh namens „Frau Eduard Weber“. Der Wirmighäuser spielte damit auf eine Tradition in der freundlichen Konkurrenz zwischen den „LaJus“ von Adorf und Wirmighausen an. Im ernsteren Ton richtete er einen Appell an die Politik: „Jugendliche im ländlichen Raum brauchen einen guten ÖPNV, verlässliche Breitbandverbindungen und Bildung vor Ort.“ Nach dem Ende des offiziellen Programms sorgte die „No Limit“-Band bis spät in die Nacht für Unterhaltung. Henrietta Dzillak und Torsten Pohlmann dankten allen Unterstützern der Landjugend. Die örtlichen Landfrauen hatten unter anderem eine prächtige Erntekrone angefertigt, wofür sie von den Vorsitzenden Blumensträuße überreicht bekamen. Vor allem aber dankten die beiden allen Vereinen und Spendern, die der Landjugend 2004 geholfen hatten, ihre fast 80 000 Euro Steuerschulden zu begleichen: „Ohne das Einstehen von befreundeten Vereinen und Menschen ständen wir heute nicht hier. Wir sind von Zusammenhalt und Vertrauen immer noch überwältigt“, erklärte Pohlmann. Henrietta Dzillak stimmte zu und äußerte Hoffnung: „Die ‚LaJu‘ soll der Jugend weiter eine Zukunft bieten.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare