Kirchenchor Adorf feiert sein Jubiläum mit Gottesdienst und gemütlichem Nachmittag

50 Jahre lang zum Mitsingen angeregt

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Der Kirchenchor Adorf singt und Leitung von Pfarrer i. R. Ernst Fischer im Gottesdienst zu seinem 50-jährigen Bestehen – und lädt ein mitzusingen.

Diemelsee-Adorf - Seit einem halben Jahrhundert begleitet der Adorfer Kirchenchor die Gottesdienste in der St.-Johannis-Kirche. Zum Jubiläum wurde dort viel gesungen.

„Ich habe die ganze Bibel nach einer Stelle durchsucht, wo es heißt: ‚Du sollst singen’. Ich habe keine gefunden“, erklärte Pfarrer Sascha Biehn-Tirre in seiner Predigt zum Kirchenchorjubiläum am Sonntag. Die erste Bibelstelle mit Gesang sei nach der Befreiung der Israeliten aus der ägyptischen Gefangenschaft zu finden: „Nur befreite Menschen können singen, das kann nicht geboten werden“, stellte der Pfarrer fest und zeigte sich dankbar, dass der Adorfer Kirchenchor der Gemeinde seit 50 Jahren hilft, Lieder anzustimmen.

Bitte um mehr Zeit

So war der Jubiläums-Gottesdienst auch kein Konzert mit Sängern auf der einen und Zuhörern auf der anderen Seite: Nach der Bitte um den Heiligen Geist und der Begrüßung waren die Gemeindemitglieder aufgefordert, nach einigen Strophen beim ersten Chortitel „Ich singe dir mit Herz und Mund“ mitzusingen. Es folgte eine gesungene Fassung von Psalm 103 mit eindringlicher Sprecheinlage des Chorleiters Ernst Fischer und nach dem Bittruf dann „Großer Gott, wir loben dich“ als Kanon.

Im Gebet dankten Pfarrer und Gemeinde für die Zeit mit dem Chor und baten um mehr davon. Nach Schriftlesung und Glaubensbekenntnis folgte „Freuet euch der schönen Erde“ - abermals war die Gemeinde nach einigen Strophen zum Mitsingen eingeladen. Der Chor sang nach der Predigt alleine „Meine Seele ist stille in dir“, nach Fürbittengebet und Vaterunser sangen alle zusammen „Gott des Himmels und der Erde“. Für den „Irischen Reisesegen“ lud Ernst Fischer die Gäste schließlich ein, sich mit dem Chor in den Altarraum zu stellen - eine Aufforderung, der viele Gottesdienstbesucher gerne nachkamen.

„Die Gesichter haben gewechselt, aber der Chor ist geblieben“, hatte Pfarrer Biehn-Tirre eingangs erklärt, lag damit aber nicht vollkommen richtig: Helene Weltecke und Marie Odendahl sind von Anfang an Teil des Chores - und wurden für diese Leistung geehrt.

Im halben Jahrhundert seines Bestehens hat der Kirchenchor auch Bindungen zu den anderen Adorfer Vereinen aufgebaut, für die Robert Erlemann vom Männergesangverein „Liedertafel“ Grüße überbrachte. Er forderte auf, nicht am Mitgliederschwund zu verzagen, sondern optimistisch zu bleiben: „Junge Menschen haben Interesse an Musik“.

Für Bürgermeister Volker Becker, Ortvorsteher Klaus Pohlmann und den Ortsbeirat überbrachte Mirjam Gerstengarbe Glückwünsche und Wertschätzung: „Der Kirchenchor ist eine Bereicherung für jeden Gottesdienst“.

Erste Pläne in der Küche

Als letzter trat ein besonderer Gratulant in den Altarraum: Der ehemalige Pfarrer und Mitbegründer des Chores, Dieter Hammel. „Ich erinnere mich noch an die Planungen mit meiner Frau Elisabeth, Hermann Fritsche und Karl-Wilhelm Rauch in der Pfarrhausküche“, erklärte er und lieferte einen kurzen Überblick über die Chorgeschichte. Zuletzt beschenkte er die Chormitglieder und auch die ehemalige Chorleiterin Daniela Weltecke und Mitgründer Karl-Wilhelm Rauch.

Nach dem Gottesdienst lud der Chor zu einem gemütlichen Beisammensein mit Kaffee und Kuchen im gegenüberliegenden Gemeindehaus ein.

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