Emil Mangelsdorff und die Zeit im Dritten Reich

Jazzmusik kontra Rassismus

Vöhl - In der alten Synagoge berichtete Emil Mangelsdorff aus seiner Jugend im Dritten Reich – und spielte auf dem Saxofon.

Seine Finger fliegen nur so über das Instrument: Kaum zu glauben, dass der profilierte Musiker demnächst seinen 87. Geburtstag feiert.

Als deutsche Jazz-Legende wie als Zeitzeuge, der die Ressentiments der Nazis gegen Anhänger der amerikanischen Musik eindringlich schilderte, zog Emil Mangelsdorff reichlich Publikum in die Vöhler Synagoge – und die Zuhörer mit seinem lebendigen Vortrag in seinen Bann. Manche hatten ihre alten Jazz-Platten mitgebracht, um sie von dem Künstler signieren zu lassen. Entsprechend ging bei jedem angestimmten Stück, das technisch perfekt und dabei so temperamentvoll wie das eines Zwanzigjährigen erklang, ein anerkennendes Raunen durch die Zuhörerschar.

„Jazz-Musik war mir mein Leben lang ein Anliegen“, erklärte Mangelsdorff, der 1925 in Frankfurt als Sohn eines Buchbinders zur Welt kam. Im Elternhaus war eher sozialdemokratisches Gedankengut gefragt, den Volksempfänger stellte man nach 1933 verbotenerweise auf Radio Luxemburg um. (sim)

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Dienstag, 28. Februar.

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