Korbacher Wahlausschuss stellt Gültigkeit der Wahlvorschläge fest ·

Jeder nur ein Kreuz am 23. September

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Korbach - Noch 52 Tage bis zur Bürgermeisterwahl. Gemeindewahlleiter Heinz-Willi Müller hat bis dahin noch einiges zu erledigen. Vor allem muss er die zahlreichen Fristen im Vorfeld des Urnenganges genauestens im Auge behalten.

Auf drei engbedruckten Seiten im „Leitfaden für 
die Vorbereitung und Durchführung der Direktwahlen im Lande Hessen“ sind die Stichtage und Zeiträume aufgelistet, die es bis zur Direktwahl 
am 23. September zu beachten gilt. Die „Arbeitsanleitung für die Wahlbehörden, Wahlorgane und politischen Parteien“, ein von zwei ehemaligen Landeswahlleitern verfasstes Standardwerk, wird Müller in den kommenden Wochen noch 
häufiger zur Hand nehmen, die einzelnen Verfahrensschritte lieber einmal mehr als einmal zu wenig nachschlagen. „Sehr, sehr sorgfältig“ Als Gemeindewahlleiter fungiert er seit 2005, hat also schon zwei Kommunal-, zwei Landtags- und eben auch die Bürgermeisterwahl 2006 ordnungsgemäß vorbereitet und organisiert. Bei aller Erfahrung „ist es immer wieder aufregend“, bekennt Müller. Die Verantwortung bestehe vor allem darin, „sehr, sehr sorgfältig“ vorzugehen. In den nächsten 52 Tagen wird die Anspannung stetig steigen. „Nach Schließung der Wahllokale kann ich dann schon mal durchatmen“, sagt Müller, der den Wahlabend 
mit der Bekanntgabe des vorläufigen amtlichen Endergebnisses beschließt. Zwei Tage später, der Termin steht schon fest (Dienstag, 25. September, 18 Uhr, Rathaus), tagt dann der Wahlausschuss, um das endgültige Ergebnis 
festzustellen. Die Sitzung ist 
öffentlich. Müller führt als Gemeindewahlleiter „die Geschäfte“ des Gremiums, wie es im Hessischen Kommunalwahlgesetz heißt. Der Wahlausschuss hat am vergangenen Freitag 
sozusagen den Startschuss zur Bürgermeisterwahl gegeben. Dessen acht ehrenamtliche Mitglieder werden analog zum Stärkeverhältnis in der Stadt-
verordnetenversammlung von den Parteien vorgeschlagen. Ihre Aufgabe bestand am 
27. Juli darin, die Gültigkeit der beiden eingereichten Wahlvorschläge festzustellen. „Beide Vorschläge waren vollständig, es gab keinerlei Beanstandungen“, fasst Müller das einstimmige Ergebnis der Sitzung zusammen. Damit gibt es für die beiden Bewerber „kein Zurück mehr“. Theoretisch hätten sie ihre Bewerbung bis zu diesem Beschluss noch zurückziehen können. Rund 18 700 Wahlberechtigte sind am 23. September aufgerufen, sich zwischen Amtsinhaber Klaus Friedrich (parteilos) oder Herausforderer Martin Dörflinger (SPD) zu entscheiden. 
Jeder einzelne von ihnen wird 
im Wählerverzeichnis eingetragen. „Von Amts wegen sind (...) 
alle Wahlberechtigten einzutragen, die am 42. Tag vor der Wahl (Stichtag) bei der Meldebehörde für eine Wohnung in diesem Wahlbezirk gemeldet sind“, so die entsprechende Vorschrift. Diese Liste mit Hilfe der Einwohnermeldedaten aufzustellen, obliegt Wahlleiter Müller und seinen Mitarbeitern, darunter als Stellvertreter Ordnungsamtsleiter Carsten Vahland. Zwei Bewerber, eine Stimme Fristende ist also der 12. August. Damit wäre eine Briefwahl schon ab dem nächsten Tag möglich. Da die Wahlbenachrichtigungen aber erst in der 34. und 35. Kalenderwoche verschickt werden, dürften die ersten Anträge auf Briefwahlunterlagen frühestens am 21. August eingehen. Wer allerdings jetzt schon absehen kann, dass er weder am Wahltag noch in den fünf Wochen davor in Korbach sein wird, kann die Briefwahlunterlagen bereits ab dem 13. August im Rathaus abholen. Zwei Bewerber, eine Stimme: Anders als etwa bei der Kommunalwahl im März 2011 dürfte der Stimmzettel für den 23. September wenig Fragen aufwerfen. Häufeln (kumulieren) und mischen (panaschieren) ist unnötig und wäre überdies ungültig. Also: Jeder nur ein Kreuz.

257 Wahlhelfer

Am Wahltag werden 257 Wahlhelfer im Einsatz sein, erläutert Müller. Insgesamt gibt es 31 Wahllokale, 15 davon in der Kernstadt, jeweils eines, also zusammen 14, in den Ortsteilen. Die beiden Briefwahlbezirke werden hinzugezählt. Wählen darf, wer mindestens 18 Jahre alt ist; seit mindestens drei Monaten in Korbach seinen Wohnsitz hat; deutscher Staatsbürger oder Bürger der Europäischen Union ist. Weitere Informationen gibt es im Bürgerbüro (Tel. 53232).

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