Besucherbergwerk Goldhausen mit neuem Seitengang

Jens-Kulick-Gang ist die neue Attraktion

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Die Saison ist eröffnet – bis zum 31. Oktober werden wieder Führungen im Goldhäuser Besucherbergwerk angeboten: Werner Grebe (links) führte am Sonntag die erste Gruppe in der neuen Saison in die größte historische Goldlagerstätte Deutschlands.

Korbach-Goldhausen - Pünktlich zum zehnjährigen Bestehen des Vereins „Historischer Goldbergbau“ wurde am Sonntag ein neuer Seitengang im Besucherbergwerk Goldhausen eröffnet: Der Jens-Kulick-Gang ist die neue Attraktion.

Der Landesgeologe und Heimatforscher Dr. Jens Kulick († 1996) erspähte in den 1960er-Jahren die Fossilien in der „Korbacher Spalte“, setzte sich über Jahrzehnte für die Fundstelle ein - und ging in den 70er-Jahren ans Werk, um die Goldhäuser Burgruine freizulegen und den Goldbergbau zu erforschen. Ihm zu Ehren benannten die Goldhäuser „Goldgräber“ den neuen Querschlag des Besucherbergwerks „Jens-Kulick-Gang“, erklärte Wolfgang Behle, Vorsitzender des Vereins Historischer Goldbergbau am Sonntagvormittag beim Start in die neue Saison: „Er hat so viel für Korbach und den Goldbergbau getan.“ Der neue Seitengang ist rund 200 Meter lang, wurde mit viel Eigenleistung, ehrenamtlicher Hilfe und Sponsorengeldern gebaut - und durfte am gestrigen Sonntag erstmals offiziell „befahren“ werden.

Für Kulicks Söhne Holger und Uwe war die Namensgebung ein bewegender Moment. „Das, was der Verein hier inzwischen geschaffen hat, geht über alles hinaus, was unser Vater in den 90er-Jahren angedacht hatte“, sagte Holger Kulick. „Wäre er noch unter uns, würde er sich sehr darüber freuen“, versicherte er. Zuvor hatte Pfarreri.R. Walter Hellwig, zugleich stellvertretender Vorsitzender, eine Bergwerksandacht gehalten, in der er das gefährliche Leben der Bergarbeiter in den Blickpunkt rückte - anhand des Schicksals von Linnart Schatzer, der 1521 im Goldhäuser Bergwerk einen schweren Unfall erlitt - und überlebte. Wolfgang Behle blickte stolz auf die Geschichte des Vereins zurück, der im Juli 2002 aus der Taufe gehoben wurde; inzwischen gehören ihm 115 Mitglieder an.

„Ohne das Besucherbergwerk wäre Korbach nur halb so goldrichtig“, sagte Goldmarie Jana Möseler und erklärte die neue Saison schließlich für eröffnet. Bis zum Nachmittag bot der Verein Führungen. Unterdessen hatte er auch am Zechenhaus am Dorfgemeinschaftshaus die Pforten geöffnet, präsentierte dort die Ausstellung, die Einblick in die rund 800-jährige Geschichte des Bergbaus am Eisenberg gibt.

(von Marianne Dämmer)

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