Korbach

Johanna Heide (19) engagiert sich für ein Freiwilliges Soziales Jahr in Indien

- Korbach (lb). Raus aus Korbach, rein in ein fremdes Land. Aber nicht als Tourist, sondern mit dem Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun: Johanna Heide (19) startet am Mittwoch in ein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) in Indien.

„Ich finde das Land unglaublich spannend. Indien ist groß und vielfältig, wie ein kleiner Kontinent.“ Johannas große blaue Augen funkeln schon ein wenig, wenn sie über Indien spricht. Ein Jahr lang wird sie in der westindischen Millionenstadt Baroda leben und arbeiten. Auf die 19-Jährige, die gerade ihr Abitur an der Alten Landesschule bestanden hat, wartet keine leichte Aufgabe: Im Don-Bosco-Kinderheim Snehalaya wird sie ehemalige Straßenkinder betreuen, den Größeren Englisch beibringen und mit den Kleineren spielen. Viele der Kinder haben Schlimmes durchgemacht: Verlust der Eltern, Schläge, Gewalt, Missbrauch. Nicht nur die Schule blieb dabei auf der Strecke, sondern auch der Glaube an eine bessere Zukunft. Die Flucht der armen Menschen in die Slums der Großstädte ist oft eine Ursache für das Phänomen „Straßenkinder“. Die Familien sind entwurzelt, sie finden in den Städten nicht den erhofften Wohlstand und leiden noch mehr als auf dem Land. Die Kinder lockt dann das schnelle Geld, das sie meinen verdienen zu können, wenn sie sich in die Dienste eines Hotelchefs oder Fabrikbesitzers stellen. Doch fast immer erweist sich dieser Schritt als trügerische Hoffnung und als Schritt in noch größeres Elend. Im Don-Bosco-Heim finden die Kinder nicht nur ein liebevolles Zuhause, sondern auch eine Möglichkeit, ihre Zukunft selber zu gestalten. Förder- und Ausbildungskurse sorgen für einen gelungenen Start in die berufliche Zukunft. Tanzen, Lachen und Spielen hilft, die Erlebnisse im Elternhaus und auf der Straße zu verarbeiten. Und nicht zuletzt die ausgelassenen Feste im Straßenkinderheim sorgen dafür, dass das Leben der jungen Menschen gelingt.Johanna freut sich auf die Arbeit mit den Kindern. „Ich hoffe, dass wir uns gegenseitig etwas geben können“, sagt sie.

Mehr lesen Sie in der WLZ-Ausgabe vom Mittwoch, 26. August 2009.

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