Positive Bilanz in Korbach - Programm in Nieder-Waroldern

Jubiläum „500 Jahre Franziskanermaler“: Korbach gibt Staffelstab an Nieder-Waroldern weiter

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Finissage und „Staffelübergabe“ im Wolfgang-Bonhage-Museum: führende Mitglieder des Korbacher Arbeitskreises „500 Jahre Franziskanermaler“ und die Delegation der Kirchengemeinde aus Nieder-Waroldern. Von links: Dr. Wilhelm Völcker-Janssen, Sabine Neuhaus, Walter Hellwig, Britta Hein, Dr. Peter Witzel und Heinz Merl aus Korbach sowie Ilse Thiele, Pfarrer Michael Böttcher, Angelika Krouhs und Michaela Biermann aus Nieder-Waroldern.

Korbach – Mit einer Finissage endete am Sonntag im Bonhage-Museum die Ausstellung mit allen Bildern des Korbacher Franziskanermalers. Dies war zugleich der Abschluss des Jubiläumsreigens 500 Jahre nach der Vollendung des Marienaltars in der Nikolaikirche. 2019 feiern die Nieder-Warolderner.

Die Mitglieder des Korbacher Arbeitskreises zogen bei der Finissage  eine positive Bilanz ihres Mamutprojekts: „Unser Ziel ist gelungen, den Maler öffentlich bekannt zu machen“, sagte Museumsleiter Dr. Wilhelm Völcker-Janssen. 

Das ganze Jahr 2018  über stand der malende Mönch aus dem Korbacher Franziskaner-Kloster im Blickpunkt. Die Resonanz auf die Vorträge und Aktionen sei „überaus positiv“ gewesen, erklärte Völcker-Janssen. Allein beim Kolloquium im November hätten stets 60 bis 80 Leute die Vorträge verfolgt. Auch die drei „Audienzen beim Franziskanermaler“ mit Walter Hellwig waren sehr gut besucht. 

Lob für Mitstreiter

Dr. Völcker-Janssen würdigte seine Mitstreiter in der Projektgruppe:

  • Dr. Peter Witzel habe Ende 2015 die Idee gehabt, den Künstler zum Jubiläum zu würdigen. Er war an der Organisation beteiligt, hielt Vorträge und regte auch die Serie in der WLZ-Beilage „Mein Waldeck“ an und steuerte Beiträge bei. 
  • Der pensionierte Pfarrer Walter Hellwig habe mit seinen "Audienzen" den theologischen Part übernommen, bis zu den unscheinbaren Tieren auf den Tafeln interpretierte er die Bildsprache des Malers,
  • der Bürgerverein um Heinz Merl sei wegen der Finanzierung des Projektes wichtig gewesen,
  • der Förderverein der Nikolaikirche um Sabine Neuhaus startete ein Kunstprojekt und bewirtete die Gäste des Kolloquiums. 
  • Britta Hein von der Korbacher Bezirksgruppe des Waldeckischen Geschichtsvereins rief den Geschichtswettbewerb für Schüler ins Leben – die Arbeiten zur Korbacher Stadtgeschichte waren in der Ausstellung zu sehen. 
  • Die Kunsthistorikerin Dr. Esther Meier habe das Projekt fachlich begleitet und die Moderation des Kolloquiums übernommen. 
  • Sascha Pfannstiel nahm die hochwertigen Fotos aller Altartafeln für die Ausstellung im Museum auf. 
  • Pfarrerin Manuela Wolske und ihr Kollege Steffen Blum organisierten das Benefizkonzert des „Eisenberg-Ensembles“ zum Auftakt des Jubiläumswochenendes. 

Eine Schlüsselfunktion beim Gelingen des Jubiläums habe die Organisationsform gehabt, sagte Dr. Witzel. Es sei gut, Esther Meier gewonnen zu haben und Stadt, Kirche und das Museum einzubinden. 

Wichtig sei gewesen, dass Dr. Völcker-Janssen die Federführung übernommen habe - er ist ein erfahrener Organisator. Dr. Witzel bedauerte, dass der Museumsleiter wegen einer Erkrankung nicht an der Ausstellungseröffnung und am Kolloquium habe teilnehmen konnte. Bürgermeister Klaus Friedrich habe gleich Geld fürs Projekt zugesagt, auch weitere Sponsoren wie der Geschichtsverein hätten sich gefunden. 

Mit ihrer Klappkarte des Marienaltars habe die Familie Hein eine gute Idee gehabt, sagte Dr. Witzel, sie habe viele Abnehmer gefunden. Vorn waren die Tafeln des Flügelaltars zu sehen, auf der Rückseite das Jubiläumsprogramm. Auch das stets wiederkehrende Logo mit dem Fürstenhut habe die Aufmerksamkeit gesteigert. 

Außerdem gewann Dr. Witzel bei einer Kirchenführung Bischof Martin Hein für den Festgottesdienst. 

Museumsheft und Tagungsband 

Dieses Jahr soll eine erweiterte Neuauflage des Museumsheftes über den Franziskanermaler erscheinen. Die erste Auflage aus dem Jahr 1988 ist vergriffen und gibt nicht mehr den Stand der Forschung wider. Aufgenommen werden auch die Beiträge Hellwigs, die Bilder des Fördervereins, Arbeiten des Geschichtswettbewerbs, die Klostergeschichte und Beiträge der Serie in "Mein Waldeck".

Bis April soll auch der Tagungsband mit den acht Vorträgen des Kolloqiums im Korbacher Bürgerhaus vorliegen. Er erscheint in der Reihe „Waldeckische historische Hefte“ des Geschichtsvereins.

Die Tafeln der Ausstellung im Museum werden nach der Finissage  eingelagert - können aber auch an anderen Stellen jederzeit relativ leicht wieder aufgebaut werden. Mitglieder der Arbeitsgruppe wünschten sich, dass sie auch woanders gezeigt werden. Interessenten wenden sich ans Museum.

Nieder-Waroldern macht weiter

Mit der Finissage reichten die Korbacher „den Staffelstab weiter“ an die Nieder-Warolderner, sagte der Museumsleiter: „Wir können nahtlos weiterfeiern“, denn bei ihnen stehe dieses Jahr das nächste Jubiläum an: 1519 hat der Franziskanermaler für die Korbacher Klosterkirche seines Ordens den Franziskus-Altar vollendet, der heute in der Fachwerkkirche des Dorfes steht. Das will die Gemeinde feiern.

„Hochachtung, was Sie in Korbach auf die Beine gestellt haben“, sagte der Nieder-Warolderner Pfarrer Michael Böttcher am Sonntag, das Programm habe auch viele aus seinem Pfarrbezirk begeistert. Seine kleine Gemeinde könne zwar nicht „in diese Fußstapfen treten“, dennoch habe sie sich „einiges vorgenommen“. FünfTermine in der Kirche gebe es bislang: 

  • Am 10. März hält Dr. Peter Witzel aus Korbach einen Vortrag über die Legende des heiligen Franziskus, die auch auf den Altartafeln zu sehen ist. 
  • Am 23. März informiert der Kunstreferent Dr. Götz Pfeiffer vom Landeskirchenamt in Kassel, wie der Altar seinen Weg nach Nieder-Waroldern gefunden hat.
  • Am 7. April berichtet die Privatdozentin Dr. Esther Meier über den Umgang mit religiösen Bildern im Wandel der Zeit. 
  • Am 14. April folgt der Festgottesdienst mit Bischof Prof. Martin Hein. 
  • Am 18. Mai lädt Probst Helmut Wöllenstein zu einer „religiösen Bildbetrachtung“ der Warolderner Altartafeln ein. 

Außerdem plant Pfarrer Böttcher eine pädagogische Aktion mit Kindern. Wenn möglich, wird die Korbacher Ausstellung in Nieder-Warolderrn erneut gezeigt. Auch ein Büchertisch mit Literatur zum Franziskanermaler und eine Klappkarte mit dem Franziskus-Altar sind in Planung. (-sg-)

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