775 Jahre Meineringhausen: 350 Gäste beim Schlachtefest

Ein Jubiläum, das schmeckt

Korbach-Meineringhausen - Die Meineringhäuser und ihre Gäste feiern sich warm: Beim Schlachtefest stimmten sich 350 Besucher auf das große Jubiläumsjahr ein – und ließen es sich schmecken. Im August steht das Festwochenende „775 Jahre Meineringhausen“ auf dem Programm.

Eigentlich hatte der Festausschuss ein kleines, gemütliches Essen im Blick. „Wir waren so von 60 oder 70 Besuchern und einer Festtafel im Nebenraum ausgegangen“, erzählte Friedhelm Schmidt vom Festausschuss „775 Jahre Meineringhausen“. Aber dann kam alles anders: Eine Anmeldung folgte auf die nächste und am Ende zählte der Ausschuss 350 angemeldete Gäste. „Ich würde sagen: ein Riesenerfolg“, befand Schmidt. So baute der Metzger im Nebenraum schließlich nur das Buffet auf. Die Besucher nahmen am Samstag in der Walmehalle Platz. Dort herrschte Feststimmung: Die Jagdhornbläser aus Herzhausen stimmten die Besucher zünftig auf Wurst, Fleisch und Leberkäse ein. Und der Jubiläumschor lud beim „Meineringhäuser Lied“ zum Mitsingen ein. Und so schallte es – während nebenan bereits das Essen dampfte – fröhlich durch die Halle: „Du bist uns’re Heimat, lass uns stoßen an. Das ist Mein’ringhausen, wo man leben kann“. Rolf Wilke wechselte dann flugs die Rolle des Sängers gegen die des Referenten und erzählte den Gästen, die weit über die Ortsgrenzen hinaus nach Meineringhausen gekommen waren, aus alten Zeiten. Kurzweilig und humorvoll erinnerte Wilke an Hausschlachtungen, Rezepte und Traditionen. „Ferkel lebten damals doppelt so lange wie heute“, berichtete der Metzger und gab dann einen launigen Einblick in einen typischen Schlachttag. „Der Hausmetzger kam morgens um sechs und bei einem starken Kaffee wurde der Tag geplant“, erzählte Wilke. Vom Mann über die Hausfrau bis zur Oma: Jeder habe an diesen Tagen seinen Platz gehabt. „Und wenn das Schwein an der Leiter hängt, wird erst mal einer eingeschenkt“, zitierte er eine alte Weisheit und ließ manchen Besucher gleich mit in Erinnerungen schwelgen. Vom schmackhaften Ergebnis der Schlachtung überzeugten sich die 350 Besucher schließlich selbst: In zwei Schlangen, bestens organisiert und von großer Geduld geprägt, schlenderten die Besucher an Blut-und Leberwurst, Wellfleisch, Bratwurst, Leberkäse, Weckewerk und den Beilagen vorbei und ließen es sich schmecken. Währenddessen stand Friedhelm Schmidt zufrieden und ein bisschen überrascht hinter dem Buffet: „350 Menschen am Schlachtebuffet, das habe ich noch nicht erlebt.“Das ging wohl auch dem Korbacher Bürgermeister Klaus Friedrich so. „Gute Vorzeichen“, befand er, „da mache ich mir um den Festsommer keine Sorgen.“

Von Theresa Demski

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