Vor fünf Jahren übernahm Betreiberbündnis die Geschicke auf Hessenstein · Kleines Burgfest zum Gebur

Die Jugendburg als Erfolgsgeschichte

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Helga Bast (Hess. Immobilienmanagement), NABU-Chef Hartmut Mai, Kreisbeigeordnete Hannelore Behle, Frank Seumer von der NAJU, Berthold Langenhorst, Landrat Dr. Reinhard Kubat, Stefanie Huwald, Kai Bremmer, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft (hinten

Vöhl-Burg Hessenstein - Wer Altes bewahren will, muss oft Neues angehen. Das Betreiberbündnis der Jugendburg Hessenstein hat das vor fünf Jahren getan. Das Ergebnis: eine Erfolgsstory.

Die Burg hat eine wechselvolle Geschichte, die bereits im 14. Jahrhundert begann, als Landgraf Heinrich II. von Hessen sie von 1328 bis 1342 erbauen ließ. Auf ihr residierten etliche Burgherren, ehe sie nach 1555 Sitz des landgräflichen Amtes Hessenstein, 1821 Sitz eines Revierforstvereins und 1922 schließlich Herbergsbetrieb wurde. Da muten die vergangenen fünf Jahre wahrlich wenig an - doch genau die weisen in die Zukunft.

Das machte Berthold Langenhorst, seit einem Dreivierteljahr ehrenamtlich zuständig für das Bildungsprogramm der Burg, gestern Abend deutlich, als er während eines Burgfestes in lebendig-amüsanter Weise auf die jüngste Geschichte der ehrwürdigen Burg zurückblickte und dabei alle Wegbereiter und Wegbegleiter der „Jugendburg Hessenstein“, wie sie seit 2008 heißt, zu Wort kommen ließ.

Neue Ära, neue Aufgaben

Die neue Geschichte begann 2008, weil das Deutsche Jugendherbergswerk zum 1. November 2007 die Türen der Jugendherberge auf der Burg schloss. Besorgte Waldeck-Frankenberger, denen das Fortbestehen der Burg am Herzen lag, suchten intensiv nach einem Weg, das ehrwürdige Gemäuer weiterhin mit Leben zu füllen. Und bereits vier Monate nach der Kündigung gab es wieder einen Burgherrn: Unter dem Titel „Jugendburg Hessenstein GmbH“ beteiligten sich Landkreis Wal­deck-­Frankenberg, Kreishandwerker­schaft Waldeck-Frankenberg und Hessischer Naturschutzbund (NABU) zu gleichen Teilen an der Betreibergesellschaft. Die entwarf ein Nutzungskonzept, das dem Hessischen Immobilienmanagement als Verhandlungsführerin des Landes Hessen zusagte. Als neue Geschäftsführerin wurde Stefanie Huwald eingesetzt - und sie ist es nach wie vor mit großem Engagement. Das Nutzungskonzept des Betreiber-Trios wird seitdem nicht nur verfolgt, sondern auch stetig weiterentwickelt und erweitert, wie Berthold Langenhorst gestern in seinem Bildervortrag anschaulich darstellte. Den Vortrag verfolgten im Rahmen des kleinen Burgfestes zum fünfjährigen Bestehen der „neuen“ Jugendburg die Macher von gestern und heute aus Politik und Verwaltung, von Kreishandwerkerschaft Waldeck-Frankenberg und NABU, von Hessen-Forst, Nationalpark und Naturpark sowie viele ehrenamtliche Kräfte, ohne die das breit gefächerte Angebot der Burg nicht aufrechterhalten werden könnte; Hessens NABU-Chef Hartmut Mai begrüßte sie alle.

Seitdem die Burg am 26. Mai 2008 feierlich ihrer neuen Bestimmung als Lehrstätte für Natur, Bildung und Handwerk übergeben wurde, haben Hunderte von Gästen das Angebot der Burgbetreiber genutzt - ob Schulklassen, Naturschutzgruppen, Auszubildende oder Einzelgäste - und mit dazu beigetragen, dass auf der Burg schwarze Zahlen geschrieben werden. In enger Zusammenarbeit von NABU und Nationalpark haben zwei junge Naturkundler ein Bildungsprojekt entwickelt, das Natur auf besondere Weise erlebbar macht und bei den Besuchern viel Anklang findet, erklärte Langenhorst. Auch die Fledermaus-Aktionen der Naturschutzjugend (NAJU) Frankenberg gehören zum fest gebuchten Programm. Kochaktionen wie „Klimaschutz - echt lecker“ sollen ausgeweitet werden, Burgfeste soll es immer wieder geben. Auch wurde die Jugendburg selbst zum Gegenstand der Forschung: So erarbeitete eine Abschlussklasse für die Jugendburg ein interessantes Vermarktungskonzept - inklusive Schlechtwetterpaket.

Burggarten und Lehrpfad

2010 wurde die Burg als Fledermaus-freundliches Haus ausgezeichnet, 2011 erhielt sie das Zertifikat „Qualitätsmanagement für Kinder-/Jugendreisen“ und 2012 wurde sie als offizieller Partner des Nationalparks anerkannt, zählte Langenhorst weitere Erfolge auf. Zunehmend sollen die Gäste mit Lebensmitteln aus der Region versorgt werden. Und seit Anfang des Jahres 2013 wird auf der Burg außerdem für den Bundesfreiwilligendienst (BFD) ausgebildet.

Aktuell bringen zwei Bundesfreiwillige den Burggarten in Schuss, denn schon bald sollen die Kräuter in der Burgküche verwendet werden; auch Schüler sollen einmal im Kräutergarten helfen, wies Langenhorst in die nahe Zukunft. 2014 soll außerdem ein Fledermaus-Lehrpfad angelegt werden - und möglichst bald soll die Burg bereits an der Ederstraße durch Schilder besser in den Blickpunkt gerückt werden.

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