Jugendliche zeigen in 300 Stunden Eigenleistung und bekommen tatkräftige Unterstützung aus der Gemeinde

Jugendraum in der Henkelhalle eröffnet

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Der neue Jugendraum in Vöhl ist eröffnet: Vertreter von Betrieben, Gemeinde und Jugendclub waren dabei.

Vöhl - Sie wollen selbst verwalten und gestalten, Raum für sich und ihre Träume haben und Verantwortung übernehmen: Die Vöhler Jugendlichen wünschen sich seit langem einen eigenen Jugendraum. Am Mittwoch wurde der Treffpunkt im Untergeschoss der Henkelhalle eröffnet.

Was lange währt, wird endlich gut: Seit vielen Monaten tragen die Jugendlichen in Vöhl und Jugendarbeiter Peter Grohme den Traum vom eigenen Jugendraum mit sich. Bereits im vergangenen Herbst signalisierte Vöhls Bürgermeister Harald Plünnecke die Unterstützung der Gemeinde, aber der Jugendverein „Hallo“ befand sich da gerade im Umbruch und das Aufsichtsproblem für den Raum war nicht gelöst.

Die Probleme sind ausgeräumt und auch die Unterstützer haben Wort gehalten: Und so eröffneten die Jugendlichen am Mittwoch ihren eigenen Jugendraum unter der Henkelhalle. Der Treffpunkt für die Jugendlichen aus der Großgemeinde ist nur mit qualifizierter Betreuung geöffnet und verfügt mit Aluprofilen über ein innovatives Wanddekorsystem, mit dessen Hilfe kreative Jugendliche auch spontan ein frisches Design anbringen können, ohne die Wände zu beschädigen oder gleich die nächste Teilrenovierung starten zu müssen. Mit den Aluprofilen kann jede Generation den Raum mit dem ihr gemäßen Look versehen. Der Anspruch ist klar: Dieser Jugendraum soll ein dauerhafter Erfolg und, im Gegensatz zu früheren Anläufen, eine gut gepflegte Institution im Leben der Jugendlichen werden.

Aufsicht geregelt

Die Aufbaugeneration um den aktuellen Vorstand Sebastian Wald, Isabell Arnold, Sebastian Böhnisch und Felix Fieseler hat denn auch nicht nur ihren Beitrag zu den rund 300 Arbeitsstunden erbracht, sondern sich auch mit den Kursen zur Juleica (Jugendleitercard) für die Aufsicht qualifiziert. „Nur Inhaber der Juleica haben einen Schlüssel; wenn keiner von ihnen verfügbar ist, dann wird auch nicht aufgemacht“, betont Jugendarbeiter Peter Grohme. Das ist eine strikte Vorgabe zum Schutz gegen den Risikofaktor Vandalismus, der immer wieder das Aus für hoffnungsvoll gestartete Anläufe zum eigenen Jugendraum bedeutet hatte. „Der Juleica-Inhaber im Raum hat das Sagen, das ist Grundregel Nummer eins“, lautet Grohmes erstes Gebot für den täglichen Betrieb. Der Jugendarbeiter hofft, dass sich möglichst viele Jugendliche für den 65 Stunden dauernden Kurs anmelden und sich für die Juleica qualifizieren, um möglichst lange Öffnungszeiten anbieten zu können und damit größtmögliche Akzeptanz zu sichern.

Die Farben und Materialien zur Gestaltung sowie die Aluprofile sind Spenden von Unternehmen aus der Großgemeinde. Die Unternehmen übernahmen auch sicherheitsrelevante Installationen, die nicht in Eigenleistung erbracht werden konnten. Peter Grohme, Sebastian Wald und Isabell Arnold dankten noch einmal ausdrücklich den Gebern.

Wunschliste

Der Jugendarbeiter der Gemeinde denkt nun schon an die nächsten Schritte für einen dauerhaften Erfolg: „Im Moment können wir nur zwei Menüs anbieten: Snickers und Mars, die alte Kücheneinrichtung ist uns unter den Händen zerbröselt.“ Ein Kühlschrank und eine Mikrowelle stehen in Sachen Ausstattung für den Küchenbereich, der bereits mit einer Durchreiche versehen wurde, ganz oben auf der Wunschliste. WLAN, Internet und eine Musikanlage führen die Anforderungsliste im nicht minder wichtigen Unterhaltungsbereich an, denn ein „Jugendraum ohne Internet ist heute kaum noch vermittelbar“.

Holger Arnold vom Ortsbeirat Thalitter wünschte im Verlauf seiner Rede zur Eröffnung denn auch nicht nur alles Gute, sondern überbrachte ein „paar Ittertaler“ für weitere Investitionen.

Karl-Heinz Stadtler, der zur Bereitstellung der Räumlichkeit durch die Gemeinde maßgeblich beigetragen hatte, konnte sich noch gut an den Jugendraum erinnern, den seine Generation damals in den Sechzigern auf den Weg gebracht hatte. „Macht weiter so, ihr seid auf einem guten Weg und meldet euch ab dem ersten Dezember bei mir, wenn ihr etwas braucht“, versprach auch der künftige Bürgermeister Matthias Stappert.

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