Korbch

Julian braucht Stammzellenspende

- Korbach (resa). Julian aus Alraft kämpft gegen den Krebs und um sein Leben. Eine Stammzellenspende könnte ihn retten. Deshalb ruft die Kinderkrebshilfe am 3. Juli von 9 bis 17 Uhr zur Typisierungsaktion ins Bürgerhaus auf.

Es begann mit Bauchschmerzen. Immer mal wieder kämpfte Julian mit kleineren Erkältungen, fehlte ein paar Tage in der Schule und erholte sich wieder. Niemand ahnte damals, dass in dem 14-Jährigen ein Krebs wuchs, der zur größten Herausforderung seines jungen Lebens werden sollte. Im November 2009 entdeckten die Ärzte dann den Tumor im Brustkorb des kleinen Waldeck-Frankenbergers. Das Non-Hodgkin-Lymphon hatte sein Abwehrsystem irritiert und den Krebs wachsen lassen. „Eigentlich kann diese Krankheit gut therapiert werden“, erklärt Thomas Berg von der Kinderkrebshilfe Waldeck-Frankenberg. Sieben Chemoblöcke bekam Julian, am 1. April wurde er in Marburg als geheilt entlassen. Doch schon zwei Wochen später wütete der Krebs erneut in seinem kleinen Körper. Anfang Mai wurde er operiert und erhielt weitere Chemotherapien – ohne großen Erfolg. „Die Stammzellenspende ist nun seine einzige Chance“, betont Berg. Inzwischen liegt Julian im Gießener Krankenhaus und erhält dort einen neuen Chemotherapieblock. „Aber die Zeit drängt“, sagt Thomas Berg und bittet deswegen die Menschen in Waldeck-Frankenberg um Unterstützung. Am Samstag, 3. Juli veranstaltet die Kinderkrebshilfe unter der Schirmherrschaft von Landrat Reinhard Kubat eine Typisierungsaktion. Dabei soll ein Spender gefunden werden, der kompatibel ist mit Julians Genen. Der Aufwand ist gering, der Nutzen kann riesig sein. „Deshalb ist es wichtig, dass möglichst viele Menschen mitmachen“, appelliert Berg. Bereits 2003 hatte die Kinderkrebshilfe Waldeck-Frankenberg zu einer Typisierungsaktion aufgerufen, 550 Menschen hatten sich damals Blut abnehmen lassen. Mit großem Erfolg: zwei Patienten hatten durch die Aktion ihren „genetischen Zwilling“ gefunden und konnten gerettet werden. „Jetzt ist gesellschaftliche Solidarität gefragt“, sagt Landrat Reinhard Kubat und bittet die Waldeck-Frankenberger um Unterstützung. Viele Menschen haben sich schon angekündigt, Freunde und vor allem Kollegen von Julians Vater. Der Korbacher Polizist hat einen Aufruf an die Kollegen in Hessen und die Feuerwehren geschickt. Viele haben ihre Zusage gegeben. „Jeder gesunde Mensch zwischen 18 und 55 Jahren ist uns herzlich willkommen“, betont Berg. Daneben sei auch die Unterstützung von Ärzten und Krankenschwestern gefragt, die Blut abnehmen können. 50 Euro kostet jede Blutspende. Bei der Typisierungsaktion springt die Kinderkrebshilfe für diese Kosten ein. 75 000 Euro hat der Verein ohne zu Zögern zur Verfügung gestellt. „Aber das wird wohl nicht ausreichen“, sagt Berg und bittet deswegen neben dem persönlichen Engagement auch um finanzielle Hilfe. So können Blutspender sich etwa dazu bereit erklären, die Kosten für die Typisierung selbst zu übernehmen, auch der finanzielle Einsatz von Unternehmen und Privatleuten ist gefragt. Interessenten können sich bei Thomas Berg unter Telefon 05631/913530 melden. Spenden können auf das Konto der Kinderkrebshilfe Waldeck-Frankenberg bei der Sparkasse Waldeck-Frankenberg, Bankleitzahl 52350005, Kontonummer 43885 überwiesen werden.

Mehr dazu lesen Sie in der Waldeckischen Landeszeitung von Freitag, 25. Juni 2010.

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