Junge Union Korbach feiert Jubiläum · Finanzminister Thomas Schäfer hält Festrede

Jung, kritisch, 50 Jahre alt

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Zum Jubiläum empfängt die JU Korbach um Jonas Sauerwald (7. v. l.) viele Besucher, darunter Finanzminister Thomas Schäfer und Wolff-Dieter Theissen (8. u. 12. v. l.).

Korbach - Die JU der Hansestadt hat ihr 50-jähriges Bestehen gefeiert – mit Besuch aus Wiesbaden, einem Gast aus ihrer Vergangenheit und einer Fragerunde nach dem Motto „50 Prozent Politik, 50 Prozent Spaß“.

So ganz 50 Jahre sind es nicht: Zwar hat sich die Junge Union Korbach vor einem halben Jahrhundert gegründet, dreimal erlahmte sie aber und wurde reaktiviert. Bei ihrer Jubiläumsfeier zeigt sich dennoch, dass sie die politische Jugendkultur und die Laufbahn etablierter Unionspolitiker mitgeprägt hat.

Da wäre Bürgermeister Klaus Friedrich, der sie einst „stinklangweilig“ fand, sie später als Forum starker Meinungen schätzte und mit ihr gemeinsam um sein Amt kämpfte. Oder Bundestagsabgeordneter Thomas Viesehon, der in der Schülerunion der Arolser Christian-Rauch-Schule Weggefährten aus Korbach schätzte, wenn es zu Treffen mit den Frankenbergern kam – die zu seiner Jugend noch Aufkleber mit der Aufschrift „Stolz, kein Waldecker zu sein“ an ihre Autos pappten. JU-Vorsitzender Jonas Sauerwald freut sich, dass dieses Verhältnis sich mittlerweile entspannt hat und die Frankenberger zu den Gästen zählen.

Spaß und Politik vereinen

Beim „JU-Talk“ fühlen Fabian Schäfer und Torben Fisseler dem Bürgermeister, dem Bundestagsmitglied, Landtagsabgeordnetem Armin Schwarz und Fraktionsvorsitzendem Heinz Merl auf den Zahn – getreu ihrem Motto „50 Prozent Spaß, 50 Prozent Politik“ mal mit Fragen zu Tagesgeschehen und Geschichte, mal auf der Suche nach Lachern. Dass Heinz Merl als einziger Rentner in der Runde zur Stellungnahme über „die Jugend von heute“ gebeten wird, kommt ebenso gut an wie die Diskussion über Armin Schwarz Zwischenrufe im Landtag. Beide ziehen sich aus der Affäre: Merl lobt die Ernsthaftigkeit der neuen Generation, Schwarz erklärt, im Landtag pädagogisch tätig zu sein.

Prominenter Gast ist der hessische Finanzminister Thomas Schäfer. Auf der Suche nach Gründen, in die JU einzutreten, findet er drei Dinge, die sich dabei lernen ließen: Erstens Gruppendynamik: „Konflikte haben nicht immer nur mit der Sache zu tun – manchmal auch mit den Personen.“ Zweitens Beharrlichkeit: „Man muss wissen, welche Wand beim dritten Mal Dagegenrennen umfällt – und welche auch beim fünften Mal nicht.“ Und drittens Konfliktmanagement: „Engagement in der Politik ist auf Streit ausgelegt.“ Am nächsten Tag müssten sich die Beteiligten aber wieder vertragen.

Aus seiner Sicht zur Flüchtlingsdebatte macht er kein Geheimnis: Wenn Deutschland den Verfolgten Perspektiven bieten wolle, müsse es reine Wirtschaftsflüchtlinge schneller zurückführen. Es sei bedauerlich, dass keine Strategie vorgelegen hätte, und auch die Union sei dem Thema Zuwanderung „gern aus dem Weg gegangen“ – die aktuelle Situation hätte aber „niemand vorhersehen können“.

Meinung der Jugend gefragt

Zu Gast sind auch Jochen Rube (Junge Liberale) und Karsten Zolna (Jungsozialisten). „Was schenkt man einem Raum voller schwarzer Socken“, fragt Rube – und überreicht dunkle Strümpfe. Er fügte noch gelbe, rote und grüne hinzu und verwies auf die gute Zusammenarbeit im Ring politischer Jugend, der auf die JU zurückgehe.

Zusammenarbeit zwischen den Jugendorganisationen sei schon damals Thema gewesen, erinnert sich Wolff-Dieter Theissen, JU-Vorsitzender von 1971 bis 1973. Er blickte auf Zeiten zurück, in denen heutige JUler noch nicht geboren waren: Aufbegehren gegen die SPD-Mehrheit in Korbach, aber auch betont kritische Distanz zur CDU. Den Wunsch, dass die JU sich mit eigenen Meinungen einbringt, teilen viele Redner – genau wie den, dass sie ihre Arbeit in Zukunft ununterbrochen fortsetzt.

Von Wilhelm Figge

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