Evangelischer Kindergarten in Vasbeck

Jungen und Mädchen verabschieden Birgitt Frank

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Die Jungen und Mädchen des Vasbecker Kindergartens schenkten Birgitt Frank gestern zur Verabschiedung Steine mit roten Herzen und Wünschen für die Zukunft. Die Kolleginnen hatten ihr einen großen Sandstein mit eingemeißeltem Herzen überreicht.Foto: -sg-

Diemelsee-Vasbeck - Nach 15 Jahren als Leiterin nahm Birgitt Frank von „ihrem“ Kindergarten in Vasbeck.

„Eins, zwei und drei“, riefen die Kolleginnen - mit sachtem Schwung beförderten sie Birgitt Frank auf eine dicke Turnmatte vor dem Eingang, während die Jungen und Mädchen mit verschiedenen Instrumenten lärmten: Mit diesem symbolischen „Rausschmiss“ verabschiedeten sie gestern die Leiterin des evangelischen Kindergartens Auf der Walme. Dieses Ritual hatte Frank eingeführt, um die angehenden Grundschüler aus der Einrichtung zu geleiten - gestern traf es sie selbst: Nach 15 spannenden Jahren in Vasbeck geht sie in den Ruhestand.

„Abschied fällt nicht leicht“

„Der Abschied fällt mir nicht leicht“, sagte Frank. 37 Jahre stand sie im Dienst der Kirche. Um 1975 hatte die gebürtige Korbacherin die Leitung des eingruppigen Schmillinghäuser Kindergartens übernommen. Nach der Geburt ihres ersten Kindes pausierte sie, dann arbeitete sie bei der Lebenshilfe. 1991 wechselte sie als Leiterin an die Frankenauer Tagesstätte. Als im August 1999 die Einrichtung in Vasbeck eröffnete, übernahm sie dort die Leitung.

„Ich bin sehr dankbar, dass ich hier arbeiten durfte“, sagte Frank im Gespräch mit der WLZ. Erzieherin zu sein, sei für sie „ein Traumberuf“, den sie schon als Kind habe ergreifen wollen. Begeistert ist sie von der Aufnahme in Vasbeck: „Der Kindergarten ist im Dorf willkommen, er wird von der Gemeinschaft getragen“, erklärte sie. Nie seien Klagen aus der Nachbarschaft gekommen, immer hätten die Eltern mitgezogen. Und zum zehnjährigen Bestehen hätten der gemischte Chor, die Feuerwehr und die Landfrauen die Patenschaft für den Kindergarten übernommen. „Da konnten wir immer drauf zählen“, betonte sie.

Sie erinnerte auch an das Märchenprojekt, bei dem sich die Kinder als Ritter und Prinzessinnen verkleideten. Sie tauchten ein in zauberhafte Welten und schneiderten auch Kostüme. Zum Abschluss organisierten die Eltern ein Fest am Bad Arolser Schloss samt Picknick. In Vasbeck sei so etwas möglich, bilanzierte Frank. Es herrsche eine „große Offenheit“.

Und die Eltern zogen mit, als es um die attraktivere Gestaltung des Außengeländes ging. Drei Jahre brauchten sie für die Arbeiten, seitdem kümmern sie sich auch regelmäßig um die Pflege. Das „Stammteam“ aus drei Erzieherinnen sei seit 1999 zusammengeblieben, „das spricht für sich“, findet Frank.

Pfarrer Dr. Marcus Meier hob die „lebendige Beziehung des Kindergartens zur Kirche“ hervor, er sei ein fester Teil der Gemeinde. Und bei Birgitt Frank habe immer der christliche Glaube im Mittelpunkt ihrer Arbeit gestanden. Sie habe ihren „gelebten Glauben in den Kindergarten getragen“ und die Jungen und Mädchen so begleitet, „das lag ihr am Herzen.“

Dr. Meier verwies auf „schöne Projekte“ wie die Kirchenerkundungen, das Taufprojekt oder die Waldgottesdienste am Übergang vom Kindergarten zur Schule. Frank sei „konstruktiv, sehr engagiert, herausfordernd und kreativ“, beschrieb der Pfarrer. Stets habe es „eine Basis des Vertrauens und des Miteinanders“ gegeben.

Zum Abschied kamen auch einige Eltern in den vom Team und den Kindern geschmückten Mehrzweckraum. Die kleine Feier stand unter dem Motto „Herz“. Die Kolleginnen schenkten Frank einen großen Stein, in den ein Herz eingemeißelt ist. Jedes Kind überreichte ihr einen Pflasterstein mit einem aufgemalten roten Herzen und einem Wunsch. Außerdem führten sie einen Tanz auf. Und sie hatten Bilder gemalt und Blumen mitgebracht. Dankesworte kamen vom Elternbeirat. Frank war sichtlich gerührt. Der Abschied falle ihr schwerer als gedacht. Künftig will sie sich ehrenamtlich engagieren und ihre Hobbys pflegen: die Gartenarbeit und das Sammeln alten Spielzeuges. Morgen wird sie auch im Gottesdienst verabschiedet.

Von Dr. Karl Schilling

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