Färsen frisiert

Styling für Rinder: Jungzüchter messen sich bei Scherwettbewerb - ohne Föhn geht nichts

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Mit dem Fön wird die Rückenlinie gestylt: Das Siegerteam David Kreinberg (Geismar) und Alexander Mitze (Gemünden) bei der Arbeit.

Aus Rindern lässt sich mit etwas Styling viel machen, wie Jungzüchter aus Waldeck-Frankenberg und Marburg-Biedenkopf beim Scherwettbewerb zeigten. Unbedingt nötig: ein Föhn.

  • Wer verschafft seinem Rind die schönste Frisur?
  • Jungzüchter aus Waldeck-Frankenberg und Marburg-Biedenkopf im Wettbewerb.
  • Neun Teams traten in Helmscheid gegeneinander an.

Korbach - Es ist schon Brauch, dass die Jungzüchter-Clubs der Nachbarkreise Waldeck-Frankenberg und Marburg-Biedenkopf zwischen den Jahren ein Wettscheren veranstalten. Am Samstag richteten die jungen Rinderfachleute bei der Familie Bürger-Grebe in Helmscheid ihren großen Friseursalon für Kühe ein.

Wettkampf auf einem Hof  in Helmscheid: Die "Models" machten eine gute Figur

Das Familienunternehmen erwies sich als idealer Gastgeber für den Wettstreit. Im Stall war viel Platz für den Wettkampf und das Panorama-Café darüber bot Platz für vorbereitende Besprechungen und den Aufbau der vielen Preise. Auch die hofeigenen „Models“ machten eine gute Figur und erwiesen sich als geduldige Kundinnen. Den vielen Zuschauern bot die Bauernfamilie einen Imbiss sowie Erfrischungs- und Heißgetränke.

Neun Zweier-Teams traten gegeneinander an - und kamen ganz schön ins Schwitzen

Die Wettkampfteilnehmer benötigten jedoch nichts zum Aufwärmen. Die neun Teams kamen trotz Temperaturen um den Gefrierpunkt bei der Arbeit ins Schwitzen. Die Zweier-Teams hatten die Aufgabe, binnen 90 Minuten ihrer jeweilige Färse mit Hilfe von Schergeräten das ideale Schaubild zu verpassen. 

Die neueste Frisur fürs Rind - ohne Föhn geht da nix

Zum Einsatz kamen neben zwei verschieden großen Schermaschinen auch diverse Sprays und unbedingt ein Föhn, mit dem sich die Rückenlinie, im Fachjargon „Topline“, zu einer exakten Waagerechten stylen ließ.

Nach dem Wettscheren vor dem „Friseursalon“ Bürger-Grebe“: Links die Wettkampfteilnehmer, darunter gleich neben der Modell-Färse das Siegerteam David Kreinberg und Alexander Mitze; auf der rechten Seite die Veranstalter: (von links) Christina Grebe, Richterin Ute Hinz, Christine Grebe, Reinhard Bürger-Grebe sowie Nicholas Meier vom Vorstand des Jungzüchter-Clubs Waldeck-Frankenberg.

Ziel des Stylings: Die Kuh soll ein harmonisch-hübsches Gesamtbild zeigen

Beim Zuschauen wurde deutlich, dass sich die jungen Leute mit der Anatomie und dem Idealbild einer Milchkuh bis ins kleinste Detail auskennen müssen. Auch schwierige Körperbereiche wie Ohren, Euter oder die Hautfalten zwischen den Beinen mussten bearbeitet werden, um die Schönheit der Tiere hervorzuheben. Ziel ist ein harmonisches Gesamtbild, mit dem sich ein hoher Marktwert bei einer Tierschau erzielen lässt.

Bewertet wurde auch der Umgang mit dem Tier

Die Kampfrichterin Ute Hinz aus Grebenstein, die früher selbst Wettkampfteilnehmerin bei den Jungzüchtern war, beurteilte nicht nur das reine Arbeitsergebnis. Auch der Umgang mit dem Tier und die Sauberkeit und Sicherheit am Arbeitsplatz flossen mit in die Bewertung ein. Die Richterin vergab ausnahmslos hohe Punktzahlen.

Vom Besamungsgutschein bis zur Kälberverpflegung - Praktische Gewinner für Züchter

„Alle Teams haben hervorragende Leistungen gezeigt“, freute sich Nicholas Meier vom Vorstands-Team der Waldeck-Frankenberger Jungzüchter. Sein Marburg-Biedenkopfer Kollege Marcel Löwer bedankte sich bei den Hofbesitzern für die guten Vorbereitungen und zählte die Sachpreise auf, die von Landwirtschaftsverbänden, Geldinstituten, Vereinen, Lieferanten und der Industrie gestiftet worden waren.

Es gab Scher-Equipment, Jahreskalender, Kälberverpflegung, kleine Geldbeträge und – für den Fortbestand der Veranstaltungen – Besamungsgutscheine zu gewinnen. Die Gewinne wurden, bemessen am Ergebnis, an die Teams verteilt.

Die Sieger des Scherwettbewerbs der Jungzüchter in Korbach

Fiona Moraba und Alina Schäfer ( Laisa) errangen 47 Punkte. Auf 49 Punkte brachten es Julia Hecker-Michel und Andreas Dersch (Dörnholzhausen), knapp überboten von Jana und Joy Emde (Berndorf) mit 50 Punkten. Leni Bleibtreu und Deborah Zey (Limburg-Weilburg) erreichten 62 Punkte. Sarah Fackiner, Dainrode, und Fenja Eckhard (Immenhausen) errangen 68 Punkte; die beiden Mädchen erhielten auch den Sonderpreis für den ordentlichsten Arbeitsplatz. 

69 Punkte bekamen Franziska Hensche (Helsen) und Emely Meier (Wetterburg und 70 Punkte erreichten Milena Hauck und Louisa Schwarz (Wetterburg). 79 Punkte gab es für Wiebke Pohlmann (Welleringhausen) und Björn Ochse (Dörnholzhausen). Mit 81 Punkten siegten beim Scherwettbewerb David Kreinberg (Geismar) und Alexander Mitze (Gemünden).

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