Korbach

Juristische Keule gegen Herkules-Pläne

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- Korbach (tk). Das Vorhaben des Herkules-Bau- und Gartenmarktes, die Verkaufsfläche an der Briloner Landstraße von 4238 auf 9761 Quadratmeter zu erweitern, steht aus Sicht des Bau- und Umweltausschusses nichts im Wege.

Einstimmig votierten die Mitglieder am Dienstagabend für die Änderungen des Flächennutzungs- und Bebauungsplanes. Dies ist erforderlich, weil Herkules – wie auch der Mitbewerber Obi auf der anderen Straßenseite – in einem „Sondergebiet“ sitzt. Eine Erweiterung auf der angrenzenden Gewerbefläche ist ohne Änderung des Baurechts und eine Abweichung vom Regionalplan nicht möglich.

Bedenken der Stadt Bad Arolsen, die Erweiterung könne zu einer erheblichen Umsatzumlenkung zu Lasten dortiger Märkte führen, wurden von den Ausschussmitgliedern nicht geteilt. Die Arolser hatten vorgeschlagen, die Verkaufsfläche des Korbacher Herkules-Baumarktes auf 7000 Quadratmeter zu begrenzen. Würde die Erweiterung wie geplant umgesetzt, sehe man die „Entwicklungsmöglichkeiten im kompletten Einzelhandelssegment in Bad Arolsen“ als gefährdet“ an. Die Beratungsgesellschaft „Markt und Standort“ (Nürnberg), die von der Stadt Korbach beauftragt wurde, die Folgen der Erweiterung abzuschätzen, prognostiziert eine „Kaufkraftumlenkung“ von 1,1 Millionen Euro. Diese Summe entspreche etwa 5,5 Prozent des „Bestandsumsatzes“. Aus Arolser Sicht wären dies erhebliche Einbußen.

Die juristische Keule gegen die Herkules-Pläne schwingt indes ein Anwaltsbüro aus Düsseldorf. In einem Schreiben vom 19. Oktober wirft die Kanzlei „ARQIS“ der Stadt vor: „Die vorgelegte Planung ist formell und materiell rechtswidrig. Zudem ist sie sachwidrig und einer gedeihlichen künftigen Entwicklung in Korbach nicht dienlich.“ Beauftragt wurden die Anwälte von einem Mitbewerber, der „OBI Bau- und Heimwerkermarkt Korbach Wilhelm Schneider GmbH & Co. KG“. Bereits zu Beginn des Verfahrens hatten die Betreiber des zurzeit größten Marktes in einem Brief an alle Stadtverordneten vor einer Erweiterung des Herkules Bau- und Gartenmarktes gewarnt. Dies sei weder sinnvoll noch erforderlich, ohnehin absolut überdimensioniert und gefährde die Existenz des zu hundert Prozent familiengeführten Obi-Marktes.

Stadtentwickler Thorsten Peper wies die Vorwürfe der Rechtsanwälte als unbegründet zurück. Im Bau- und Umweltausschuss folgten die Abgeordneten dem Beschlussvorschlag des Magistrats einstimmig, die Bedenken aus Bad Arolsen wie auch „von gegenüber“ lediglich zur Kenntnis zu nehmen. Über die Markterweiterung entscheiden die Stadtverordneten am Freitag, 10. Dezember. Die letzte Parlamentssitzung in diesem Jahr beginnt um 18 Uhr im Rathaus.

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Donnerstag, 2. Dezember.

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