Korbach

Kabarettist Rogler nimmt deutsche Politik aufs Korn

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- Korbach (den). Eigentlich wollte er es ja nicht – über Politik reden. Rogler schien runter von der Droge. Letztendlich warf sich der alte Hase des politischen Kabaretts am Donnerstag aber doch einige Portionen ein.

„Ich bin heute nicht gekommen, um ihnen die Laune zu verderben.“ Kabarettist Richard Rogler steht allein auf der Bühne, ein schwarzes Jackett, schwarze Lackschühchen und eine hoch sitzende Anzugshose. Schwarzen Humor hat er ebenfalls mitgebracht. Etwa dann, wenn er sich über die humanistischen Ziel der FDP auslässt, die Entwicklungshelfer bewaffnen will: Bevor die Afrikaner zehn Jahre vor sich hin siechen, können die Deutschen sie einfach, schnell und sicher erschießen, so Rogler. Das ist Galle pur, die da von der Bühne ätzt.Aber Rogler beschränkt sich nicht nur auf den bitterbösen Witz und die bundesdeutsche Politik. Stattdessen erntet er vor allem für seine Erzählungen aus dem Leben des R. R. viele ausgelassene Lacher. Das bestätigt seine These: Die Deutschen sind eine gut gelaunte Nation, ist Rogler überzeugt. Vorbei ist die Zeit der miesepetrigen Krauts, „Stimmung“ ist denn auch folgerichtig der Titel des aktuellen Bühnenprogramms. Etwa 150 Zuschauer finden am Donnerstagabend den Weg in die Stadthalle.„Viele Eltern denken, ihre Kinder wüchsen dreisprachig auf. Nur weil sie Francois Benedetto Holzapfel heißen“, gab Rogler einen zum Besten. Die Folge falscher Kindererziehung könne man heute in Berlin sehen: „Immer nur loben, nie widersprechen – und am Ende kommt ein Pofalla bei raus.“

Mehr lesen Sie in der WLZ vom Samstag, 8. Mai 2010.

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